Dortmund nach Krimi im Achtelfinale | Fußball | DW | 11.12.2013
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Fußball

Dortmund nach Krimi im Achtelfinale

Der BVB und die Schalker komplettieren das deutsche Quartett in der K.o.-Runde der Königsklasse. Schalke gewinnt auch dank des Referees, Dortmund macht erst kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer.

Eigentlich lief alles nach Plan, doch dann wurde es doch noch eine Zitterpartie: Borussia Dortmund hat im abschließenden Gruppenspiel der Champions League bei Olympique Marseille ein 2:1 (1:1) erkämpft und dadurch das Achtelfinale der europäischen Königsklasse erreicht. Der BVB machte es dabei spannender als nötig. Trotz bester Torchancen schafften die Dortmunder lange Zeit keinen zweiten Treffer und waren zwischenzeitlich so gut wie ausgeschieden. Bis der größte BVB-Fan unter den Dortmunder Spielern für das entscheidende Tor sorgte.

Abseitstor für Marseille

Dabei hätte es vor 30.000 Zuschauern im Stade Velodrome ein ruhiger Abend für die Dortmunder und ihren Trainer Jürgen Klopp werden können. Torjäger Robert Lewandowski hatte den BVB früh in Führung gebracht. Nach einem langen Ball von Erik Durm setzte sich der Pole gegen Marseilles Verteidiger Lucas Mendes durch und schoss den Ball über Torwart Steve Mandanda hinweg ins lange Eck (4. Minute). Alles lief nach Plan, doch dann brachten eine Standardsituation und eine Fehlentscheidung die Dortmunder aus dem Tritt. Marseille löffelte eine Freistoßflanke in den Strafraum, Torwart Roman Weidenfeller verpasste den Ball, den Saber Khelifa an die Unterkante der Latte köpfte. Souleymane Diawara nickte den Abpraller zum 1:1 über die Linie (14.). Doch der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Diawara stand beim Kopfball von Khelifa einige Meter im Abseits. Danach wirkte der BVB verunsichert, es fehlte die klare Linie im Spiel, Chancen blieben Mangelware. In der 31. Minute verzog Marco Reus nach Vorlage von Lewandowski deutlich. Drei Minuten später spielten die Dortmunder in Überzahl, als Dimitri Payet nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte sah (34.).

Champions League Olympique Marseille - Borussia Dortmund (Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP/Getty Images)

Wieder kein Tor - Lewandowski (r.) kann es nicht fassen

Nach dem Seitenwechsel nahm der BVB das Heft in die Hand und versuchte die zahlenmäßige Überzahl auch in Tore umzumünzen. Doch egal wie gut die Chancen waren, die sich die Dortmunder herausspielten, der Ball wollte einfach nicht ins Tor gehen. Die größte Möglichkeit vergab Lewandowski, der den gegnerischen Torwart bereits ausgespielt hatte aber aus wenigen Metern das leere Tor nicht traf (67.). Neun Minuten später folgte der nächste Nackenschlag: Der SSC Neapel hatte im Parallelspiel gegen Arsenal das 1:0 geschossen - Dortmund brauchte nun unbedingt ein Tor, um den zweiten Platz der Gruppe F zu erreichen. Immer wieder rannten die Schwarz-Gelben an - immer wieder scheiterten sie.

Schließlich war es der Ur-Dortmunder und Publikumsliebling Kevin Großkreutz, der die 3000 mitgereisten BVB-Anhänger erlöste: In der 87. Minute rutschte er weg und schoss im Fallen aufs Tor. OM-Keeper Mandanda ließ den nicht sehr hart getretenen Ball dennoch passieren. 2:1 für den BVB. Riesenjubel bei den Dortmundern, die plötzlich nicht mehr Gruppendritter, sondern Gruppenerster waren. Kurze Zeit später war Schluss - das Parallelspiel mit einem 2:0 Sieg Neapels gegen Arsenal ebenfalls beendet - und Dortmund eine Runde weiter, genauso wie der Gruppenzweite Arsenal.

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BVB-Trainer Klopp nach dem Sieg in Marseille

"Ein geniales Gefühl", schwärmte Matchwinner Großkreutz nach dem Abpfiff. "Ich bin froh, endlich wieder einmal getroffen zu haben und dann so ein wichtiges Tor. Damit sind wir weiter und das haben wir uns auch verdient, weil wir ganz klar die bessere Mannschaft waren und leider das Tor vorher nicht gemacht haben." Auch sein Trainer haderte ein wenig mit den vergebenen Torchancen: "Wir hätten natürlich viel früher das zweite und dritte Tor machen müssen", sagte Jürgen Klopp. "Wir haben fast nichts zugelassen und trotzdem ein Gegentor kassiert. Bei Marseille hat man gemerkt, die haben wirklich um die Ehre gespielt und wollten zeigen, dass sie Charakter haben. Sie haben sich in alles hineingeworfen aber haben keine Waffen gehabt - außer im Sechzehnmeterraum."

Schalke profitiert vom Schiedsrichter

Deutlich ruhiger lief es für Dortmunds Erz-Rivalen FC Schalke 04. Die Schalker brauchten gegen den Schweizer Serienmeister FC Basel unbedingt einen Heimsieg, um die Runde der besten 16 Teams in Europa zu erreichen. Doch vor 50.000 Zuschauern begannen zunächst die Schweizer, die in Gruppe E zweimal den Favoriten FC Chelsea bezwungen hatten, mutig und offensiv. Schalke hatte dagegen Probleme, ins Spiel zu finden. Dennoch hatten die "Königsblauen" die erste Großchance der Partie: Nach einer Flanke von Jefferson Farfan lenkte Basels Taulant Xhaka den Ball an die Latte, den Nachschuss von Max Meyer kratzte ein Verteidiger noch von der Linie (11.). Danach war Schalke besser im Spiel, wurde aggressiver und erkämpfte sich ein Übergewicht im Mittelfeld.

Spielszene aus der Champions-League-Partie FC Schalke 04 gegen FC Basel: Schalkes Jefferson Farfan scheitert am Baseler Torwart Yann Sommer (Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Schalke tat sich gegen Basel über weite Strecken schwer und brauchte lange bis zum ersten Treffer

Nach einer halben Stunde musste Schalkes Trainer Jens Keller umstellen, weil sein Kapitän Benedikt Höwedes mit einer Zerrung im Oberschenkel ausschied. Für den Innenverteidiger kam mit Adam Szalai ein Angreifer und der sorgte gleich bei seiner ersten Aktion für Aufregung: Szalai hakte sich bei Basels Verteidiger Iwan Iwanow am Arm ein, beide zogen und zerrten und nachdem der Schalker mit eingesprungener Flugeinlage zu Boden gegangen war, bestrafte der Schiedsrichter Iwanow mit der Roten Karte (31.). Schalke war nun ein Mann mehr und hatte kurz vor der Pause noch eine Riesenchance durch Farfan, der aus einem Meter Torentfernung am Schweizer Schlussmann Yann Sommer scheiterte (43.).

Kurz nach der Pause platzte dann der Knoten bei den Schalkern. Als Kevin-Prince Boateng und zwei Schweizer Verteidiger unter einer Flanke durchsprangen, stand Julian Draxler goldrichtig und schloss erfolgreich zum 1:0 ins lange Eck ab (51.). Sechs Minuten später entschied eine krasse Fehlentscheidung die Partie: Bei einem Freistoß standen vier Schalker Angreifer mehrere Meter im Abseits. Trotzdem hob der Assistent die Fahne nicht und Joel Matip hatte keine Mühe, das 2:0 zu erzielen (57.). Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluss. Schalke zog durch den 2:0 (0:0)-Erfolg als Gruppenzweiter hinter dem FC Chelsea in die nächste Runde ein.

Bayer und Bayern weiter

Beim UEFA Champions League-Spiel Real Sociedad gegen Bayer Leverkusen bejubelt Torschütze Ömer Toprak sein 1:0 (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Bayers Ömer Toprak bejubelt sein 1:0 in San Sebastian

Bereits am Dienstag erreichten mit dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen zwei weitere Vereine das Achtelfinale der Champions League. Während sich die Leverkusener in Gruppe A knapp aber verdient mit 1:0 (0:0) bei Real Sociedad San Sebastian durchsetzte und von der gleichzeitigen Niederlage von Schachtjor Donezk bei Manchester United profitierten, konnten die Bayern nicht gewinnen. Der Titelverteidiger verspielte im Heimspiel gegen Manchester City einen 2:0-Vorsprung noch und unterlag am Ende mit 2:3 (2:1). Dennoch gehen die Münchener als Gruppensieger in die Auslosung des Achtelfinales am kommenden Montag (16.12.2013). Leverkusen trifft als Gruppenzweiter auf einen der Gruppenersten.

Alle Ergebnisse und die Abschlusstabellen der Champions-League-Vorrunde finden Sie hier.

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