″Dorian″ wütet zwei Tage über den Bahamas | Aktuell Welt | DW | 02.09.2019
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Hurrikan

"Dorian" wütet zwei Tage über den Bahamas

Es ist der stärkste Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen, der seit Sonntag über den Bahamas wütet. Die Verwüstung sei beispiellos, heißt es. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Die US-Küste rüstet sich.

Von den Bahamas werden die ersten Todesopfer des schweren Sturms "Dorian" gemeldet. Premierminister Hubert Minnis sagte, mindestens fünf Menschen seien auf den Abacos-Inseln zu Tode gekommen, die bereits am Samstag von dem Hurrikan getroffen wurden. 21 Verletzte seien in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Nassau geflogen worden, bei fünf von ihnen sei der Zustand ernst. Rettungskräfte würden so schnell wie möglich zu den betroffenen Inseln geschickt. 

Auf den Bahamas verursachte der schlimmste Hurrikan seit dem Beginn moderner Aufzeichnungen mit zerstörerischen Winden und Sturmfluten große Schäden. Allein auf den nordöstlichen Abaco-Inseln könnten durch "Dorian" bis zu 13.000 Häuser schwer beschädigt oder zerstört sein, warnte das Rote Kreuz in Genf. Weitläufige Überschwemmungen hätten die Trinkwasserquellen verunreinigt, hieß es weiter.

Premierminister Minnis sprach zuvor von einer "historischen Tragödie" und schrieb auf Twitter: "Die Verwüstung ist beispiellos." 

Die Winde des Hurrikans erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde tobten am Montag über der Insel Grand Bahama, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte. Der Insel drohten demnach "extreme Zerstörung" und meterhohe Sturmfluten. Das Zentrum des Sturms bewegte sich nur noch mit weniger zwei Stundenkilometern nach Westen in Richtung der US-Küste. Aus diesem Grund waren die Bahamas der Wucht des Hurrikans stundenlang ausgeliefert.

Inzwischen schwächte sich der Hurrikan leicht ab und wurde von Kategorie fünf auf Kategorie drei herabgestuft. Der Wirbelsturm peitsche nach Angaben von Meteorologen aber immer noch mit Windgeschwindigkeiten von 205 Stundenkilometern pro Stunde über die Inselgruppe hinweg. Bewohner sollten daher in ihren Notunterkünften bleiben

USA | Bahamas | Hurrikan Dorian (picture-alliance/dpa/R. Espinosa)

"Dorian" bewegt sich mit nur zwei Kilometer pro Stunde weiter - steht deshalb fast zwei Tage über den Bahamas

Entlang der US-Küste waren vorsorglich Evakuierungen angeordnet worden, von denen Hunderttausende Küstenbewohner betroffen sind. Das Ausmaß der Schäden auf den nördlichen Bahamas ist noch nicht abzusehen. Videos von den Abaco-Inseln, auf die der Hurrikan bereits am Sonntag getroffen war, zeigten überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume.

Ersthelfer warten auf besseres Wetter

Der Außenminister der Bahamas, Darren Henfield, sagte, es sei zu "katastrophalen Schäden" gekommen. Ersthelfer würden in die betroffenen Gebiete fahren, sobald das Wetter es zulasse. Auf Grand Bahama war teilweise der Strom ausgefallen, es kam zu Überschwemmungen, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die örtliche Zeitung "The Tribune". Auch auf New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich auch die Hauptstadt Nassau befindet, gab es Überschwemmungen.

Für die Sturm-erprobten Bahamas markierte das Eintreffen "Dorians" am Sonntag den stärksten Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Die Bahamas bestehen aus rund 700 Inseln südöstlich von Florida. Bewohnt sind nur 30 von ihnen. Auf den Bahamas leben rund 389.000 Menschen. 

USA | Bahamas | Hurrikan Dorian (Getty Images/J. Raedle)

Touristen warten auf "Dorian" am West Palm Beach in Florida

Häfen sind für die Schifffahrt geschlossen

"Dorian" könnte der Küste Floridas "gefährlich nahe" kommen und dann in Küstennähe nach Norden abdrehen, warnten die Meteorologen. An der US-Küste sei daher mit zerstörerischen Winden, Sturmfluten und Überschwemmungen zu rechnen. Sollte der Sturm auch nur gering vom prognostizierten Pfad abweichen, könnte er doch noch auf Land treffen und für große Schäden sorgen, erklärten die Wetter-Spezialisten. 

In Florida und den nördlicheren Bundesstaaten Georgia und South Carolina gilt bereits der Notstand. Evakuierungen der  Küstenregionen mit Hunderttausenden Einwohnern liefen bereits an. Schulen und Behörden sollten bis auf Weiteres geschlossen bleiben, Notunterkünfte im Landesinneren öffneten. Laut Medienberichten wurden Hunderte Flüge gestrichen. Die Häfen in Florida wurden für die Schifffahrt geschlossen.

nob/gri (dpa, afp)

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