DokFilm - Frauenpower in Saudi-Arabien | DokFilm | DW | 27.06.2018
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DokFilm - Frauenpower in Saudi-Arabien

Die Türen öffnen sich: Saudische Frauen machen inzwischen spektakuläre Karrieren, sind Managerinnen, Professorinnen, Parlamentsabgeordnete, Sportlerinnen. Neue Gesetze machen es möglich. Doch was wissen wir wirklich über sie - außer Klischees?

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Die Türen öffnen sich: Saudische Frauen machen inzwischen spektakulären Aufstieg, sind Managerinnen, zum ersten Mal auch Chefin der saudischen Börse (seit Februar 2017!), Professorinnen, Parlamentsabgeordnete. Dr. Reem Alfrayan, Anfang 40, verheiratet, 4 Kinder, promovierte als Sozialwissenschaftlerin in Kalifornien, bevor sie vor kurzem wieder nach Riad zurückkehrte. Vor 10 Jahren hätte sie das Gebäude der Nationalen Handelskammer als Frau noch nicht einmal betreten dürfen." Heute ist sie stellvertretende Generalsekretärin für "Businesswomen's Affairs". Prinzessin bint Bandar ist Unternehmerin mit eigenem Luxus-Kaufhaus in Riad und gleichzeitig Staatsbeamtin in der Obersten Sportbehörde. Wo keine Söhne da sind, erben auch Töchter große Firmen-Imperien. Aber Emanzipation erfasst zunehmend auch die Mittelschicht, Bildung ist das Zauberwort. Die jungen saudischen Frauen drängen mit Macht auf den Arbeitsmarkt. Und ausländische Firmen stellen sie mit Handkuss ein. "Die saudischen Mitarbeiterinnen sind viel fitter als ihre männlichen Mitbewerber", lobt beispielsweise Thomas Dreiling von Thyssen-Krupp. Frauen können heute auch als Verkäuferinnen oder an einer Supermarktkasse arbeiten. Neue Gesetze machten es möglich. Und manche Regel wird pragmatisch umgangen: In Firmen müssen die weiblichen Angestellten ein eigenes "Abteil" haben. "Aber", sagt Aljohara Almansour, Personalerin bei Thyssen-Krupp: "Unsere Bürotür steht immer offen und natürlich haben wir alle Meetings zusammen mit den Männern". Saudi-Arabien, dessen Staatshaushalt durch sinkende Ölpreise 2015 zum ersten Mal in der Nachkriegszeit in die roten Zahlen rutschte, kann es sich heutzutage schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr leisten, die Hälfte seiner Bevölkerung zu Hause versauern zu lassen. Auch das Fahrverbot ist passé, noch wichtiger aber ist den saudischen Feministinnen aber der Kampf gegen den männlichen Vormund.