Disney-Trickfilmvorstand Lasseter zurückgetreten | Kultur | DW | 09.06.2018
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#MeToo

Disney-Trickfilmvorstand Lasseter zurückgetreten

John Lasseter, Kreativ-Chef von Pixar und der Disney-Animationsstudios, ist infolge eines Belästigungsskandals um "ungewollte Umarmungen" zurückgetreten. Der Oscar-Gewinner wird den Konzern zum Jahresende verlassen.

Rücktritt John Lasseter Sexuelle Gewalt Metoo (AFP/Getty Images/C. Delmas)

Bald nicht mehr bei Disney: John Lasseter

Das letzte halbe Jahr hätte ihm die Möglichkeit gegeben, über sein Leben nachzudenken, erklärte John Lasseter in einer von Disney veröffentlichten Stellungnahme. Ende des Jahres sei "die richtige Zeit, sich auf neue kreative Herausforderungen zu konzentrieren", hieß es weiter.

Die Disney-Konzernführung lobte und dankte Lasseter und teilte mit, der 61-Jährige werde bis zum 31. Dezember 2018 eine Beraterrolle einnehmen, bevor er aus dem Konzern ausscheide. Disney-Chef Bob Iger würdigte Lasseters "außergewöhnliche" Arbeit für Pixar und Disney. Er habe das Zeichentrickgeschäft neu erfunden.

"Grapschen, Küssen und seine Kommentare über Körpermerkmale"

Im November hatte sich Lasseter bei all denen entschuldigt, die jemals eine "unerwünschte Umarmung" oder eine andere Geste von ihm erfahren hätten, die ihrer Meinung nach gewisse Linien überschritten hätten. Der Schöpfer von Filmen wie "Toy Story", "Die Eiskönigin" oder "Findet Nemo" sprach damals von "Fehltritten" und hatte nach seiner Entschuldigung eine sechsmonatige Auszeit genommen.

Zuvor hatte die Wochenzeitung "Hollywood Reporter" einen langjährigen Pixar-Angestellten zitiert, wonach Lasseter für sein "Grapschen, Küssen und seine Kommentare über Körpermerkmale" bekannt gewesen sei.

Flash-Galerie Venedig 2009 Biennale (picture alliance / landov)

Lasseter mit Kollegen bei den Filmfestspielen von Venedig 2009

Ein weiteres Kapitel der #MeToo-Debatte

Neben Lasseter wurde in den vergangenen Monaten zahlreichen anderen Männern aus dem Filmgeschäft und anderen Branchen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die sogenannte #MeToo-Debatte wurde im Oktober vergangenen Jahres losgetreten, als mehrere Frauen dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorwarfen. Weinstein muss sich inzwischen wegen sexueller Gewalt vor Gericht verantworten.

John Lasseter ist bekannt dafür, das kleine Trickfilmstudio Pixar in eine der weltweit erfolgreichsten Animationsstudios verwandelt zu haben. Bei Pixar war er zum Beispiel für den Film "Das große Krabbeln" zuständig. 2006 war der Experte für Computeranimationen zu seinem früheren Arbeitgeber Disney zurückgekehrt, nachdem der Konzern Pixar gekauft hatte.

nf/kle (afp, Reuters, dpa)

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