Diktatorenwitwe Imelda Marcos zu Haft verurteilt | Aktuell Asien | DW | 09.11.2018
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Korruption

Diktatorenwitwe Imelda Marcos zu Haft verurteilt

Ihre bizarre Schuhsammlung sorgte einst für einen Aufschrei der Armen. Mit ihrem verstorbenen Mann soll Imelda Marcos die Philippinen um Unsummen betrogen haben. Das Geld floss über die Schweiz.

Philippinen Imelda Marcos (picture-alliance/AP Photo/A. Favila)

Kann noch Berufung einlegen: Imelda Marcos (Archivbild)

Ein Gericht auf den Philippinen hat die frühere First Lady des Landes, Imelda Marcos, wegen Korruption schuldig gesprochen. Die Witwe des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos soll Millionen Dollar an Staatsgeldern veruntreut haben. Sie wurde in sieben Anklagepunkten zu jeweils sechs bis elf Jahren Gefängnis verurteilt. Zugleich erließen die Richter einen Haftbefehl.

Imelda Marcos, die bei dem Prozess nicht anwesend war, ist Mitglied des philippinischen Parlaments. Sie hat 30 Tage Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen. Gegen Zahlung einer Kaution könnte sie auf freiem Fuß bleiben.

Dunkle Kanäle in Europa

Das Verfahren gegen die 89-Jährige hatte sich fast 30 Jahre hingezogen. Auch die geahndeten Taten liegen Jahrzehnte zurück: Zusammen mit ihrem verstorbenen Mann hatte Marcos mindestens 200 Millionen US-Dollar (umgerechnet 176 Millionen Euro) illegal auf Schweizer Konten deponiert, so die Überzeugung der Richter. Mit Hilfe dort ansässiger Stiftungen sollen beide das Geld dann für eigene Zwecke verwendet haben.

Philippinen Imelda Marcos Schuh-Sammlung (picture-alliance/dpa/C. Oelrich)

Nur ein kleiner Teil der Sammlung: Ein Museum in Manila stellt Schule von Imelda Marcos aus (Archivbild)

Das Paar, das damals einen falschen Namen benutzte, wurde wegen seiner Verschwendungssucht vielfach kritisiert. So besaß Imelda Marcos um die 3000 Paar Schuhe und Schmuck im Wert von mindestens 20 Millionen Dollar. Insgesamt wird das Vermögen des Marcos-Clans auf bis zu zehn Milliarden Dollar geschätzt. Bislang konnten die Behörden nur einen Bruchteil davon sicherstellen.

Verschleppt, gefoltert und ermordet

Ferdinand Marcos regierte die Philippinen von 1965 an mehr als zwei Jahrzehnte mit eiserner Hand. Tausende Menschen wurden unter seinem Regime verschleppt, gefoltert und ermordet. Als sich das Volk 1986 gegen seine Herrschaft erhob, ergriff der Diktator mit seiner Familie die Flucht. Er starb 1989 im Exil in Hawaii.

Seine Erben kehrten jedoch nach Manila zurück. Dort begannen sie - wie Witwe Imelda - zum Teil erneut politische Karrieren. Marcos' Leichnam wurde 1993 auf die Philippinen gebracht, wo er in einem Glassarg aufgebahrt wurde. Begleitet von Protesten wurde er auf dem Heldenfriedhof in der Hauptstadt Manila beigesetzt.

jj/stu (dpa, afp, epd)

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