Digitalmesse Cebit will sich neu erfinden | Wirtschaft | DW | 10.06.2018
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Cebit 2018

Digitalmesse Cebit will sich neu erfinden

Bei der IT-Messe Cebit stehen in diesem Jahr die Themen Datensicherheit und Blockchain im Fokus. Die einst weltgrößte Digitalmesse will mit einem neuen Konzept als Technik-Festival eine jüngere Zielgruppe ansprechen.

Viele Unternehmer scheuen sich, ihre gesamte Wertschöpfungskette zu digitalisieren - aus Angst vor Datenklau und Hackerangriffen. Hier will die neu gestaltete Digitalmesse Cebit Antworten liefern. Die Messe findet vom 11. bis 15. Juni in Hannover statt und damit erstmals im Sommer.

Aus vier Elementen besteht die Cebit: Um Business-Modelle geht es bei den Veranstaltungen unter der Überschrift "d!conomy", bei "d!tec" werden neue Technologien gezeigt, im "d!talk" werden Zukunftsthemen besprochen und im "d!campus" erläutern Forscher, in welche Richtung die Zukunft weisen wird.

"D!conomy ist der Teil, der der bisherigen Cebit als klassischer Messe am nächsten kommt", sagt Oliver Frese, beim Veranstalter Deutsche Messe AG für die Cebit zuständig. "Dort zeigen Aussteller Produkte, die Unternehmen heute schon kaufen können, um sich ins digitale Zeitalter zu transferieren. Es geht um Cloud-Lösungen, Sicherheitstechnologien, Communications und Networking."

Technik von morgen

Im Gegensatz dazu würden bei "D!tec" Technologien gezeigt, die erst in den nächsten drei bis fünf Jahren in die Wertschöpfungsketten einziehen und diese verändern werden. "Drohnen, Virtual Reality, Roboter gehören dazu", so Frese.

In allen vier Bereichen geht es auch um das Thema Blockchain. Mit diesen Kommunikationsketten sind einige Hoffnungen verbunden, weil sie Transaktionen absichern und schneller machen sollen. Berater, Manager und Forscher schwärmen von der Blockchain als bahnbrechendem "Game Changer" für verschiedene Formen der Automatisierung sowie als Mittel für die Beschleunigung von Zahlungsprozessen.

IBM zum Beispiel zeigt auf der Cebit gemeinsam mit dem Logistik-Spezialisten Maersk eine Plattform für den digitalen Handel. Sie soll für mehr Transparenz beim Gütertransport über Landesgrenzen hinweg sorgen. Besucher können am Stand sehen, wie sich andere Technologien, zum Beispiel das Internet der Dinge, mit der Blockchain vernetzen und damit absichern lassen.

Oliver Frese, Cebit-Chef (Cebit)

Cebit-Chef Oliver Freese

Torwächter für Netzwerke

Auf zahlreichen Veranstaltungen der Cebit wird es um die Industrie 4.0 gehen, jenes Schlagwort, das die Verzahnung von industrieller Produktion mit moderner Informationstechnik bezeichnet. Durch die Vernetzung von Lieferanten, Maschinen, Robotern, Steuerungssystemen und Kundenservice entstehen viele neue Möglichkeiten, aber eben auch für Datendiebe und Industrie-Spione.

Wie diese Gefahrenzonen abgesichert werden können, zeigt auf der Cebit ein Roboter. Der mixt Getränke und erhält seine Aufträge aus einer Blockchain-Bestellkette. Alle Daten sind gegen Hacker-Angriffe immun, sensible Informationen werden dezentral verwaltet.

"Die Risiken einer zentralen Cloud werden ausgeschlossen, indem sich die Firmen in einem hauseigenen Netzwerk bewegen", sagt Gero Adrian von der IT-Beratungsfirma DXC in Böblingen. "Alle Zugänge und Transaktionen sind über die Blockchain abgesichert. Die Blockchain-Technologie arbeitet also bildlich gesprochen wie ein unbestechlicher Torwächter dieser vertrauensvollen Netzwerke."

Clevere Verträge

Mit anderen Worten: Durch die Blockchain und dezentrale Firmen-Netzwerke entsteht eine neue Umgebung. Diese ermöglicht eine rechtssichere Interaktion zwischen Produzent und Kunde. Das nennen Experten Smart Contracting. Die Bezahlung wird automatisch zwischen den vernetzen Parteien abgewickelt. Idealerweise erfolgt schon die Auswahl der Lieferanten voll automatisiert unter dieser Prämisse. Die Produktion soll so effizienter und die Qualitätskontrolle vollautomatisch werden.

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Chancen und Risiken beim vernetzten Zuhause

Und wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wichtige Informationen verloren gegangen oder gestohlen worden sind, dann helfen Datenrettungsspezialisten. Sie holen Verlorenes aus den Tiefen von Speichermedien zurück. Mehr als 90 Prozent aller verlorenen Daten seien rekonstruierbar, sagt etwa Jan Bindig, Geschäftsführer von Datarecovery aus Leipzig. "Wir können auch Daten aus zentralen Netzwerkspeichern und Clouds zurückholen."

Auf der diesjährigen Cebit werden rund 2500 Aussteller erwartet. Erstmals veranstaltet die Messe Vorträge und Foren innerhalb der Hallen rund um die Stände und nicht außerhalb im Kongresszentrum. Prominente Teilnehmer sind Unternehmen wie Facebook, Vodafone, SAP, Hewlett Packard, Huawei, Datev, VW und die Deutsche Bahn. Die Deutsche Telekom veranstaltet Konferenzen, der Software-Riese Microsoft ist nicht dabei.

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