Diese Airline hat ein Hunde-Problem | Aktuell Amerika | DW | 17.03.2018
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"Irgo" bleibt kein Einzelfall

Diese Airline hat ein Hunde-Problem

Des Menschen treuester Freund sollte seine Fluggesellschaft sorgsam wählen. Denn, wie jüngste Vorfälle zeigen: Auch ein Hund bekommt nicht immer das, was Herrchen bucht. Zumindest nicht sofort.

Irgo reiste in einem Privatflugzeug nach Kansas. Er sei an Bord "wie ein König behandelt" worden, freute sich Kara Swindle im US-Lokalfernsehen, nachdem sie den Ankömmling wieder in die Arme schließen konnte. Immerhin hatte man ja etwas gut zu machen, schließlich kam Irgo aus Japan, wo er erwiesenermaßen gar nicht hinwollte. Da musste sich United Airlines etwas einfallen lassen.

Der Fall Irgo hatte Schlagzeilen gemacht. Der Deutsche Schäferhund war auf einem United-Flug vom US-Staat Oregon nach Kansas, als er beim Zwischenstopp in Denver die falsche Maschine erwischte und sich in Japan wiederfand. Seinen Besitzern präsentierte die Airline am Zielflughafen stattdessen eine Deutsche Dogge, die - man ahnt es - eigentlich nach Japan sollte.

United Airlines 787 und United Airlines 767 Passagierflugzeug (Reuters/L. Nastro)

Hierhin? Dorthin? Bei United kann ein Hund nie sicher sein...

Der Vorfall war peinlich für die US-Fluggesellschaft. Erschwerend kam hinzu, dass gerade erst ein Hundewelpe auf einem United-Flug von Houston (Texas) nach New York gestorben war. Flugbegleiter hatten das Tier einfach in ein Gepäckfach gestopft. Prompt hat dieser Vorfall zwei US-Senatoren auf den Plan gerufen, die den Transport von Hunden in diesen Kabinenfächern gesetzlich verbieten lassen wollen. 

Um nun wenigstens Irgo zu retten, hatte United ein Privatflugzeug gechartert, das ihn von Japan heim nach Kansas brachte. "Wir haben die schnellste Möglichkeit gewählt, um den Hund wieder mit seiner Familie zu vereinen", sagte ein Sprecher von United. Was das gekostet hat, wollte er nicht sagen.

Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Denn während der inzwischen weltbekannte Irgo "wie ein König behandelt" wurde, hockte an Bord von United-Flug 3996 von Newark (New Jersey) nach St. Louis (Missouri) ein unbekannter Artgenosse, der eigentlich nach Akron (Ohio) wollte. Als der Fehler offenbar wurde, machte die Airline kurzen Prozess und leitete die Maschine noch während des Fluges um.

Hund und Pilot im Flugzeug (Imago/Zumapress)

Ganz klar die sicherste Lösung: selber fliegen

Akron liegt etwa auf dem halben Weg zwischen Newark und St. Louis. Den Passagieren von Flug 3996 sei für den kleinen Umweg und die Zwischenlandung eine Kompensation zugesagt worden, teilte United mit. Und auch in diesem Falle wurde das Haustier sicher zu seinen Eigentümern geliefert, beteuert der United-Sprecher.

Kara Swindle, das Frauchen von Schäferhund Irgo, ist sich dennoch sicher: Sie will "nie wieder" mit United fliegen.

rb/cw (ap, dpa)