Die wechselvolle Geschichte des Reisekonzerns Thomas Cook | Wirtschaft | DW | 23.09.2019
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Wirtschaft

Die wechselvolle Geschichte des Reisekonzerns Thomas Cook

Der weltweit älteste Reisekonzern Thomas Cook mit seinen deutschen Töchtern Condor, Neckermann, Öger Tours und Bucher ist pleite. Eine Chronik der wechselvollen Geschichte von Thomas Cook.

1841 - Der in Australien geborene Firmengründer Thomas Cook organisiert für 500 Reisende in England eine Zugfahrt von Leicester nach Loughborough zu einer Zusammenkunft der Abstinenzbewegung. Die zwölf Meilen lange Strecke ist die erste Tour, die Cook auf den Weg bringt und damit der Ursprung der über 175 Jahre langen Firmengeschichte.

1855 - Thomas Cook organisiert die erste Rundreise durch Europa - vom Hafen im englischen Harwich nach Antwerpen, über Brüssel, Köln, Heidelberg, Strassburg nach Paris. Erstmals bietet Cook damit ein Komplettpaket an, das Reise, Verpflegung und Unterkunft umfasst. Der Pauschaltourismus ist geboren.

1865 - Thomas Cook eröffnet sein erstes Reisebüro auf der Fleetstreet in London.

1874 - Thomas Cook führt mit der "Cook's Circular Note" den Vorläufer des Traveller Checks in New York ein.

1896 - Bei den Olympischen Spielen in Athen ist Thomas Cook & Son der offizielle Reiseveranstalter

1919 - Thomas Cook & Son ist in Großbritannien der erste Reiseveranstalter, der Flugreisen organisiert.

1928 - Frank and Ernest Cook, die beiden Enkel des Firmengründers, setzen sich zur Ruhe und verkaufen die Firma an den französischen Betreiber von Schlafwagen, Speisewagen und Luxuszügen, Compagnie Internationale des Wagons-Lits et des Grands Express Européens.

1948 - Das Unternehmen kommt unter das Dach des britischen Staatsbetriebs British Transport Holding Company.

1972 - Thomas Cook wird wieder privatisiert und von einem Konsortium bestehend aus der britischen Midland Bank, Trust House Forte und der Automobile Association übernommen.

1992 - Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) und die deutsche Fluglinie LTU übernehmen Thomas Cook von der Midland Bank.

1994 - Thomas Cook erwirbt von der Barclays Bank deren Tochter, die Interpayment Services Limited, und wird so der führende Anbieter von Traveller Checks außerhalb der USA.

2001 - Thomas Cook wird von der deutschen C&N Touristik (Condor & Neckermann) übernommen und damit Teil von KarstadtQuelle und der Lufthansa. Der Reisekonzern firmiert unter Thomas Cook AG.

2007 - Die Thomas Cook AG und die britische MyTravel Group fusionieren zur Thomas Cook Group plc. Der Konzern ist an der Londoner Börse notiert

2010 - Der Reisekonzern übernimmt den Türkei-Spezialisten Öger Tours.

2011 - Thomas Cook kommt in die Bredouille und räumt ein, von seinen Banken mehr Geld zu brauchen, um über den Winter zu kommen. 20 Millionen Pfund werden als Überbrückung vereinbart. Zudem verschafft sich der Reiseveranstalter mehr Luft durch den Verkauf einer spanischen Hotelkette.

2015 - Die Thomas Cook Group gibt bekannt, mit dem chinesischen Investor Fosun einen strategischen Partner gefunden zu haben. Seitdem ist Fosun mit 18 Prozent der größte Aktionär.

2019 - Der Reisekonzern muss dreimal innerhalb weniger Monate seine Gewinnziele eindampfen. Als Gründe nennt der Vorstand Brexit, Preiskampf und steigende Kosten.

August 2019 - Thomas Cook schnürt mit Großaktionär Fosun ein Rettungspaket von umgerechnet fast einer Milliarde Euro. Es sieht vor, dass die Chinesen 450 Millionen Pfund frisches Kapital bereitstellen und drei Viertel des Reisegeschäfts sowie ein Viertel der Airline-Gruppe übernehmen. Die wichtigsten Banken und Anleihegläubiger sollen ebenfalls 450 Millionen Pfund einbringen.

September 2019 - Die Banken fordern 200 Millionen Pfund mehr an Sicherheiten, um durch die schwächere Wintersaison zu kommen.

22. September 2019 - Thomas Cook verhandelt mit Banken, Gläubigern und der Regierung in London, um die Pleite abzuwenden.

23. September 2019 - Thomas Cook gibt auf und stellt die Geschäfte ein. Die britische Flugbehörde streicht alle Flüge. Der Ferienflieger Condor beantragt bei der Bundesregierung einen Überbrückungskredit.

(Reuters)

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