Die Rolle der USA im Korea-Konflikt | Asien | DW | 25.11.2010
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Asien

Die Rolle der USA im Korea-Konflikt

Als die südkoreanische Insel Yeonpyeong von nordkoreanischen Granaten getroffen wurde, sprang US-Präsident Barack Obama den Südkoreanern sofort zur Seite. Die Gemeinsamkeiten reichen bis weit zurück in die Historie.

Südkoreanische Soldaten liegen in Stellung. (Foto: ap)

Südkoreanische Soldaten liegen in Stellung

Die Verbindungen der US-Amerikaner zu Südkorea reichen im Korea-Konflikt zurück bis zum Koreakrieg zwischen 1950 und 1953. Schon damals kämpften US-Einheiten Seite an Seite mit den Südkoreanern gegen den verfeindeten Norden. Hinter Nordkorea standen damals die Bündnispartner China und die Sowjetunion. Deshalb wird beim Koreakrieg gerne von einem Stellvertreterkrieg gesprochen, da sich die in Konflikt befindlichen Staaten nicht direkt militärisch auseinandersetzten. Der damalige US-Präsident Harry S. Truman verteidigte die Beteiligung der US-Truppen am Koreakrieg mit folgenden Worten. "Dieser Angriff hat ohne jeden Zweifel bewiesen, dass die internationale kommunistische Bewegung bereit ist, einen gewaltsamen Einmarsch in unabhängige Länder durchzuführen."

Ein gelber Farbstreifen markiert die Demarkationslinie auf dem 38. Breitengrad im Waffenstillstandsdorf Panmunjom. (Foto: dpa)

Ein gelber Farbstreifen markiert die Demarkationslinie auf dem 38. Breitengrad

Der Krieg endete am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens. Bis dahin waren dem Krieg fast eine Million Soldaten und etwa drei Millionen Zivilisten zum Opfer gefallen. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht abgeschlossen. Die koreanische Halbinsel wurde in Nord- und Südkorea aufgeteilt - mit einer Demarkationslinie am 38. Breitengrad. Die USA blieben nach Ende der Kampfhandlungen im Land und stationierten ihre Truppen fortan auf südkoreanischem Staatsgebiet.

"Achse des Bösen"

George W. Bush. (Foto: ap)

Provozierte mit seinen Äußerungen: George W. Bush

Seither kam es immer wieder zu Sanktionen des Westens, die Reaktionen in Nordkorea provozierten. 1988 beschuldigte Washington Nordkorea der Terrorismus-Unterstützung und erließ Sanktionen gegen das Land. 2002 kam es nach Jahren der Annäherung zum Bruch, als George W. Bush Nordkorea - neben Irak und Iran - zur Achse des Bösen erklärte. Seine Aussagen standen noch im Licht der Terroranschläge vom 11. Septembers 2001. "Das Regime in Nordkorea rüstet mit Raketen und Massenvernichtungswaffen auf, während es seine Bürger verhungern lässt. Staaten wie diese, sowie ihre terroristischen Verbündeten bilden eine Achse des Bösen, die sich aufrüsten, um den Frieden in der Welt zu bedrohen."

In der Folge leisteten die USA massive Schützenhilfe für Seoul. Im Schnitt verkauften die USA pro Jahr Waffen und Kriegsgerät für drei Milliarden US-Dollar nach Südkorea, meldete die "Frankfurter Rundschau" im Jahr 2003. Damit gaben die Südkoreaner rund ein Drittel ihres Verteidigungsetats für US-Waffen aus.

Großmanöver sorgt alljährlich für Unruhe

Für regelmäßige Unruhe auf Seiten Nordkoreas sorgte das jährlich stattfindende Großmanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea. Die nordkoreanische Armee fühlt sich dadurch nachhaltig provoziert und unterstellt den beiden Ländern, einen Überraschungsangriff auf Nordkorea vorzubereiten. Auch die Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea im Gelben Meer sorgt seit jeher für Ärger. Die so genannte Nördliche Grenzlinie war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten UN-Truppen einseitig beschlossen worden. Nordkorea erkennt die Seegrenze bis heute nicht an.

Im Zuge der nordkoreanischen Atombombentests im Jahr 2006 froren die USA dann Gelder der nordkoreanischen Führung ein. Die Weltöffentlichkeit sah sich durch die Tests brüskiert und provoziert. Daraufhin wurden Friedensverhandlungen - die sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche - abgebrochen. Dem jüngsten nordkoreanischen Angriff auf Yeonpyeong ging übrigens ein weiteres gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkorea zuvor, von dem sich Nordkorea provoziert gefühlt zeigte.

Autor: Arne Lichtenberg
Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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