Die Deutschen und ihre Vereine | Meet the Germans | DW | 01.05.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Meet the Germans

Die Deutschen und ihre Vereine

Sportclubs, Freiwillige Feuerwehren, Umweltschutzorganisationen: Wer in Deutschland wohnt, kommt um Vereine nicht herum. Wir stellen einige der ausgefalleneren Beispiele vor.

"Treffen sich drei Deutsche, gründen sie einen Verein." Das ist ein alter Witz mit einem Körnchen Wahrheit. Na gut, tatsächlich braucht es sieben Leute, um offiziell einen Verein zu gründen. Aber es gibt für nahezu alles in Deutschland den passenden Club: Wohltätigkeitsvereine, Umwelt- oder Menschenrechtsorganisationen, Sportvereine, Hobbygruppen aller Art, Kunstvereine, Gartenlauben, Bürgerinitiativen, Selbsthilfegruppen, Freiwillige Feuerwehren, Karnevalsvereine, Kindergärten und Schulen, die von Elterninitiativen geführt werden - die Liste ließe sich fortsetzen.

Doch obwohl es im Land rund 600.000 Verbände gibt, ist die Dichte solcher Organisationen in Deutschland nicht unbedingt eine höhere als in anderen europäischen Ländern. Spitzenreiter in dieser Disziplin sind die Skandinavier und die Niederländer.

Menschen mit Weihnachtsmützen baden im Orankesee bei Berlin (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Die "Berliner Seehunde" treffen sich regelmäßig zum Winterschwimmen

Was aber möglicherweise zur Sichtbarkeit eines Vereins beitragen kann, sind die beiden Buchstaben, die seinem Namen hinzugefügt werden: e.V.. Das steht für "eingetragener Verein".  Fast jeder zweite Deutsche ist Mitglied in mindestens einem Verein, so die jüngste Umfrage von ZiviZ ("Zivilgesellschaft in Zahlen") der Robert Bosch Stiftung zu diesem Thema.

Wer schon immer davon geträumt hat, Präsident von etwas zu werden, kann problemlos dem Vorstand eines Vereins beitreten. Die Einzelheiten und der "Vereinszweck" sind in der Satzung, der "Vereinssatzung", aufgeführt. Die Mitglieder stimmen über Änderungen des Vorstands oder der Satzung in einer Mitgliederversammlung ab, die über ein eigenes Regelwerk verfügt.

Viele Vereine sind sehr traditionell, wie zum Beispiel die Schützenvereine, deren Wurzeln bis mindestens ins 12. Jahrhundert zurückgehen. Viele von ihnen sind ausschließlich Männerdomänen, ebenso wie der älteste Karnevalsverein, die Roten Funken, gegründet 1823.

Menschen sitzen in Hängematten in luftiger Höhe mit Plakaten, die den Kohleausstieg fordern (Getty Images/C. Koall)

Der Verein "Robin Wood", gegründet 1982, setzt sich auf spektakuläre Weise für den Klimaschutz ein

Auch Kaninchenzüchtervereine haben in Deutschland eine starke Tradition. Der älteste Dachverband, der "Bund Deutscher Kaninchenzüchter e.V.", stammt aus dem Jahr 1892. Diese unpolitischen Vereine werden als Gegenpol zu den vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen gesehen, die in Deutschland seit den Protestbewegungen der späten 1960er Jahre entstanden sind.

Der Sport bildet mit 22 Prozent aller deutschen Vereine den größten Organisationsbereich. Es gibt rund 90.000 Sportvereine im Land. Der älteste noch bestehende Fußballverein ist der 1888 gegründete BFC Germania, heimisch im Berliner Stadtteil Tempelhof.

Deutschlands größter Verein ist der ADAC ("Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V.") mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern. Europas größter Hackerverein ist auch in Deutschland ansässig: Der "Chaos Computer Club e.V." wurde 1981 in West-Berlin gegründet. Wenn Hacking nichts für Sie ist, hat Deutschland eine Vielzahl von anderen ungewöhnlichen Vereinen zur Auswahl, wie unsere Bildergalerie zeigt.

Noch mehr Inhalte über Deutsche und ihre Traditionen, ihre Alltagskultur und Sprache feindest Du auf YouTube und unserer Seite www.dw.com/MeettheGermans_de.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema