Die Öko-Rebellen vom Himalaya | DokFilm | DW | 20.07.2019
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DokFilm

Die Öko-Rebellen vom Himalaya

Ein indischer Bundesstaat im Himalaya hat seine Landwirtschaft komplett auf Bio umgestellt. Sikkim ist damit schlagartig zum weltweiten Vorbild geworden, denn die Bauern bewirtschaften ihre Äcker und Plantagen ausschließlich ökologisch.

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Im Jahr 2010 rief der Ministerpräsident von Sikkim die 'Organic Mission' ins Leben. Mittlerweile entwickelt sich Sikkim zum Musterland für den Wandel zu einer naturnahen Landwirtschaft. Um die eigenen Biobauern und Verbraucher zu schützen, hat die Regierung Sikkims sogar konventionell produziertes Gemüse mit einem Importverbot belegt. In der Praxis bedeutet das, dass die Behörden befugt sind, mit Pestiziden verunreinigtes Gemüse und Obst zu vergraben und zu vernichten - ein Albtraum für die Hersteller von Kunstdünger und Pestiziden. Agrochemieriesen wie Bayer oder BASF sind in Sikkim nicht erwünscht. Wäre das, was im Himalaya funktioniert, auch in Deutschland möglich? Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt jedenfalls hierzulande stetig - eine Chance für Bauern, auf nachhaltigen Öko-Landbau umzusteigen. Doch nur ein paar Prozent der Äcker und Felder in Deutschland werden nach Öko-Richtlinien bebaut. Zwar steht im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ein anvisiertes Ziel von 20 Prozent Öko-Landbau bis 2030. Doch dieses Vorhaben hatte bereits die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 1998 formuliert. Deutschland ist weit davon entfernt, seinen Bedarf an ökologischen Nahrungsmitteln zu decken. Die Folge für die Einzelhändler und Verbraucher: Obst, Gemüse und Getreide müssen aus Spanien, Italien, der Türkei oder sogar aus Übersee importiert werden. Kritiker werfen der Regierung Halbherzigkeit und eine zu große Abhängigkeit von Lobbyisten der agrochemischen Industrie und der Bauernverbände vor. Die Rahmenbedingungen für Landwirte, die ihre Höfe naturnah bewirtschaften wollen, sind denkbar schlecht. Kann Deutschland vom fernen Sikkim lernen?