DFB-Team: Sieg gegen Ghana stärkt Moral
31. März 2026
Die Fans im Stuttgarter Stadion mussten bis kurz vor Schluss warten, bis der eingewechselte Deniz Undav den 2:1 (1:0)-Siegtreffer für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erzielte. Lautstarke Sprechchöre hallten durch die Arena, immer wieder wurde sein Name gerufen. Und Undav? Der Stürmer vom VfB Stuttgart ließ sich in seiner Arena feiern und genoss den Moment.
"Es war krass zu hören, wie die Fans hinter mir stehen. Ich genieße das", sagte er direkt nach dem Spiel. "Es ist ein perfekter Abend gewesen. Den Sieg geholt, Tor gemacht, top." Mit einem kleinen Tanz und einem breitem Grinsen zelebrierte Undav seinen Treffer - für den 29-Jährigen war es ein runder Abend. "Ich habe es mir gewünscht, es hätte nicht besser laufen können."
Kai Havertz (45.+3, Handelfmeter nach Videobeweis) hatte das deutsche Team in Führung gebracht, ehe Abdul Fatawu Issahaku (70.) zwischenzeitlich für Ghana ausgeglichen hatte.
Deniz Undav: "Ich kenne meine Rolle"
Undav ist aktuell der beste deutsche Stürmer (18 Tore), nur Harry Kane (31) vom FC Bayern ist in der Bundesliga derzeit treffsicherer. Dennoch musste sich der Angreifer, der gegen die Schweiz am vergangenen Freitag nicht zum Einsatz gekommen war, bis zur 46. Minute gedulden.
Bundestrainer Nagelsmann hatte zunächst Nick Woltemade den Vorzug gegeben. Undav nur als Joker zu WM im Sommer? Daran möchte der Angreifer durchaus etwas ändern. "Ich kenne meine Rolle. Aber durch Tore und auch wichtige Tore kann sich die Rolle vielleicht verändern", sagte er. Doch die Entscheidung treffe immer noch der Bundestrainer, so Undav.
"Er hatte nicht viele Aktionen, eigentlich keine. Aber am Ende macht er das Tor, dafür steht er auf dem Feld. Den macht er schon gut, der ist nicht so leicht auf dem engen Raum", sagte Nagelsmann nach dem Spiel. "Wenn er vorher schon 70 Minuten in den Knochen hat, wird der lange Schritt schwer." Für den Bundestrainer ist demnach klar, dass Undav zunächst wohl nur Joker bleiben wird.
Neben dem Stürmer spielte sich einmal mehr Youngstar Lennart Karl in den Fokus. Der 18-Jährige hatte nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit den einen oder anderen gegnerischen Abwehrspieler zur Verzweiflung gebracht. Ehe Ghanas Abwehrspieler richtig verstanden hatten, was gerade passiert war, hatte Karl bereits den nächsten Gegner schwindelig gespielt.
"Er ist ein brutaler Spieler, er macht das sehr gut", lobte Undav. "Er hat eine Abgezocktheit in seinem Alter, ist frech, bringt eine gute Frische mit und hat genug Demut." Er sei ein feiner Kerl und werde der Nation noch sehr viel Spaß bereiten.
Der 18-jährige Offensivspieler des FC Bayern München sorgte mit seinen Aktionen dafür, dass auch das Stuttgarter Stadion aus dem zwischenzeitlichen Winterschlaf erwachte. Immer wenn Karl zu seinen Dribblings ansetzte klatschten die DFB-Fans Beifall. Neben dem Youngstar, der den Vorzug vor Leroy Sané erhalten hatte, zeigte auch Florian Wirtz wieder eine starke Leistung.
Nagelsmanns Sorgenkind ist die Defensive
Nach zwei siegreichen Spielen dürfte Bundestrainer Nagelsmann grundsätzlich zufrieden mit seinen Offensivspielern sein, seine Abwehr dagegen zeigte - wie schon beim Spiel gegen die Schweiz - die eine oder andere Unsicherheit.
"Wir haben die Positionen nach 25 Minuten nicht mehr gut besetzt, hatten wieder sehr viel Freestyle, wie in der Schweiz", sagte Nagelsmann und ergänzte: "Dann sind wir sehr konteranfällig. Gezittert haben wir nicht, aber klar, das 1:1 dürfen wir so nicht fressen."
Auch Kapitän Joshua Kimmich legte den Finger in die Wunde: "Das darf uns nicht passieren, dass wir einen viel schwächeren Gegner stark machen und ins Spiel kommen lassen." Man habe jetzt zwei nicht ganz perfekte Spiele gezeigt, aber immerhin gewonnen. Das sei vor allem für die Moral im Team wichtig, so der Nationalspieler.
WM-Kader wird im Mai nominiert
Für die DFB-Elf war es das letzte Länderspiel, bevor Nagelsmann am 12. Mai seinen Kader für die Weltmeisterschaft nominiert. Am 31. Mai verabschiedet sich das Team mit einem Test gegen Finnland aus der Heimat, ehe in Chicago am 6. Juni die Generalprobe gegen den Gastgeber USA ansteht.
Im Anschluss bezieht die Mannschaft ihr Quartier in North Carolina, nach dem Auftakt gegen Curacao am 14. Juni geht es in der Gruppenphase noch gegen Côte d'Ivoire und Ecuador.