Deutschlands Konsumenten zögern | Aktuell Deutschland | DW | 25.10.2019
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Konsum

Deutschlands Konsumenten zögern

Es ist nur eine Prognose, gewiss, jedoch mit einiger Brisanz: Marktforscher sehen eine schwindende Konsumlaune bei den deutschen Verbrauchern. Sind das Vorzeichen einer aufziehenden Wirtschaftskrise?

Konjunkturflaute, Handelskonflikte und Brexit-Chaos dämpfen die Konsumlaune der Bundesbürger. Zudem sorgen sich die Verbraucher wieder stärker um den eigenen Arbeitsplatz. Folgerichtig kühlt sich das Konsumklima spürbar ab: Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK prognostiziert für November den niedrigsten Wert seit drei Jahren, der Konsumklima-Index sank um 0,2 auf 9,6 Punkte.

"Das Risiko, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, ist nach Einschätzung der Verbraucher zuletzt wieder größer geworden", sagt GfK-Experte Rolf Bürkl. "Die globale Abkühlung der Konjunktur, die vor allem die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft, wird in Verbindung mit dem Handelskonflikt auch die deutsche Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen." Die schlechteren Konjunkturaussichten dämpften den dritten Monat in Folge die Einkommenserwartungen.

Noch gilt: Lieber Geld ausgeben als Geld sparen

Dennoch werde der private Verbrauch in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleiben - vorausgesetzt, dass die gegenwärtigen Krisenherde nicht weiter eskalieren und Politik und Wirtschaft der zunehmenden Angst vor Jobverlust entgegentreten, glauben die Marktforscher. Die Niedrigzinspolitik der EZB mache die Geldanlage wenig attraktiv und stütze damit die Konsumneigung.

Ökonomen gehen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Quartal erneut geschrumpft ist. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in einer Rezession stecken.

rb/jj (dpa, rtr)

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