Deutschland und das Thema Sex | Top-Thema – Podcast | DW | 03.07.2015
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Top-Thema – Podcast

Deutschland und das Thema Sex

Heute wird in Deutschland viel und offen über Sex gesprochen. Vor 60 Jahren sah das noch ganz anders aus. Die Sexualmoral der Deutschen hat sich stark verändert – doch die Offenheit hat Grenzen.

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Deutschland und das Thema Sex – das Top-Thema als MP3

Sex ist heutzutage überall. Wer will, findet ihn schnell in Zeitschriften, Filmen und im Internet. Es gibt in Deutschland eigentlich kein Thema mehr rund um Sex und andere Zärtlichkeiten, über das nicht öffentlich gesprochen wird. Die Sexualmoral ist heute eine ganz andere als früher.

Vor 60 Jahren hätte niemand das Wort „Sex“ laut ausgesprochen. Sex war privat, aber selbst da versteckt und lustbefreit. Die Rollen von Mann und Frau waren noch sehr klar verteilt: Der Mann sagte, was Sache war, die Frau tat es. Der Bundesgerichtshof urteilte noch im Jahr 1966, dass die Ehe von der Frau „die Gewährung des Beischlafs in Opferbereitschaft“ fordert.

Zwischen diesem Urteil und heute liegen nur ungefähr 50 Jahre. In dieser Zeit ist viel passiert: etwa die Erfindung der Antibabypille und die Frauenbewegung. Sex kann heute in Deutschland offen diskutiert werden. Auch Teenager gehen mit dem Thema Sexualität anders um. Doch es wird ganz klar unterschieden – zwischen dem Reden über Sex und dem Sex im Privaten.

Aber ist die Entwicklung eigentlich gut? Oder schadet die heutige Sexualmoral der Gesellschaft? Judith Kruse, die eine Ausstellung zum Thema im Haus der Geschichte in Bonn mitorganisiert hat, betont, wie wichtig das Reden über Sexualität ist. Außerdem, so Kruse, sind bestimmte Werte bis heute gleich geblieben: Werte wie Liebe und Treue.


Glossar

Sexualmoral
(f., nur Singular) – das, was die Gesellschaft zum Thema Sex richtig und normal findet

Offenheit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man offen ist

heutzutage – in der heutigen Zeit

rund um – hier: alles, was mit einem bestimmten Thema zu tun hat

Zärtlichkeit, -en (f.) – das liebevolle Verhalten

lustbefreit – so, dass man an etwas (meist gemeint: Sex) keinen Spaß hat

Rolle, -n (f.) – hier: die Aufgabe(n), die der gesellschaftlichen Meinung nach jemand erfüllen sollte

sagen, was Sache ist – hier: bestimmen, was getan werden soll

Bundesgerichtshof (m., nur Singular) – das höchste Gericht in Deutschland

Gewährung (f., nur Singular) – die Erlaubnis

Beischlaf (m., nur Singular) – der Sex; der Geschlechtsverkehr

Opferbereitschaft (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man bereit ist, etwas zu tun, was man gar nicht tun möchte

Antibabypille, -n (f.) – ein Medikament, das verhindert, dass Frauen schwanger werden

Frauenbewegung, -en (f.) – der Kampf dafür, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekommen

mit etwas umgehen – sich mit etwas beschäftigen und darauf reagieren

Sexualität (f., nur Singular) – alle Handlungen und Gefühle, die mit Sex zu tun haben

etwas betonen – etwas deutlich sagen; auf etwas hinweisen

Wert, -e (m.) – hier: etwas, das für jemanden besonders wichtig ist


Fragen zum Text

1. Welche Aussage steht im Text?
Vor 60 Jahren …
a) gab es das Wort „Sex“ im Deutschen noch nicht.
b) wurde das Wort „Sex“ in Deutschland öffentlich nicht benutzt.
c) hat man das Wort „Sex“ nur benutzt, wenn es um die Sexualität deutscher Männer ging.

2. Was hat das Urteil des Bundesgerichtshofs von 1966 gefordert?
a) Der Mann braucht die Erlaubnis der Frau, um mit anderen Frauen Sex zu haben.
b) Die Frau muss Sex mit dem Ehemann haben, wenn der es fordert.
c) Beide Ehepartner müssen regelmäßig Sex haben, auch wenn sie es nicht wollen.

3. Welches ist kein Grund dafür, dass sich die Sexualmoral verändert hat?
a) Die Tatsache, dass Frauen Sex haben können, ohne dabei schwanger zu werden.
b) Die Tatsache, dass Frauen dafür gekämpft haben, gleichberechtigt zu sein.
c) Die Tatsache, dass Jugendliche zwischen Reden über Sex und Handeln unterscheiden.

4. Was passt nicht? „In Deutschland wird alles … Thema Sex offen diskutiert.“
a) rund ums
b) überm
c) zum

5. In welchem Satz stimmt die Verbform?
a) Früher ging man anders mit dem Thema Sexualität um.
b) Früher umging man anders mit dem Thema Sexualität.
c) Früher ging um man anders mit dem Thema Sexualität.


Arbeitsauftrag
Was haltet ihr von der veränderten Sexualmoral? Ist es eurer Meinung nach eher gut oder schlecht, wenn in einer Gesellschaft offen über das Thema Sex gesprochen wird?

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