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Kölner Dom kostet künftig für Touristen Eintritt

5. März 2026

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Das soll sich für Touristen nun ändern.

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Kölner Dom
Mit exakt 157,22 Metern ist der Kölner Dom die vierthöchste Kirche der WeltBild: Shotshop/picture alliance

Der Kölner Dom wird Touristen in Zukunft Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Gotteshauses in der altehrwürdigen Stadt Köln im Westen Deutschlands gedeckt werden, wie Dompropst Guido Assmann auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die Gebühr soll ab der zweiten Jahreshälfte erhoben werden und gilt für den großen Innenraum des Doms. 

Manches bleibt gratis

Für Gottesdienstbesucher und Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der römisch-katholische Dom kostenfrei. Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Besucher des Doms handelt es sich aber um Touristen. Diese machen laut Dompropst Assmann etwa 99 Prozent der Besucher aus. Wie hoch die sogenannte "Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher" sein wird und wie die Kontrollen ablaufen, wollte er noch nicht mitteilen.

Deutschland Köln 2023 | Dompropst Guido Assmann vor dem Kölner Dom nach Terrorwarnung
Dompropst Guido Assmann begründet die geplante Eintrittsgebühr mit gestiegenen KostenBild: Sascha Thelen/dpa/picture alliance

Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Nun teilte das Domkapitel mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge minus gemacht wurde. Über viele Jahre hätte man das noch mit Rücklagen auffangen können.

Kosten lassen sich nur durch Eintritt stemmen

Der Dom hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Defizite verzeichnet. Sach- und Personalkosten waren deutlich gestiegen. Die Rücklagen seien "in absehbarer Zeit" aufgebraucht, die Kosten seien ohne den Eintritt nicht mehr zu stemmen, begründete Domrendant Clemens van de Ven die Entscheidung, künftig Touristen zur Kasse zu bitten. Van de Ven ist für den Wirtschaftsplan der Kathedrale zuständig.

Mit dem Bau des Kölner Doms war 1248 begonnen worden, 1880, also mehr als sechs Jahrhunderte später, wurde die Kirche vollendet. Der Dom gehört nicht dem Erzbistum Köln. Die Hohe Domkirche zu Köln ist eine sogenannte selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts.

2024 hatte der Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Der größte Anteil stammte mit rund einem Drittel vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, der den Erhalt des Doms fördert. Weitere Mittel kamen etwa vom Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln, dem Erzbistum sowie aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer.

In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Allerdings kosten zum Beispiel Turmbesteigungen und Kirchenschatz-Ausstellungen auch hierzulande häufig Eintritt. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher. In Spanien etwa zahlt man in der Sagrada Família in Barcelona 26 Euro Eintritt.

haz/AR (dpa, afp, kna, epd)

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