Deutschland erlebt 2020 zweitwärmstes Jahr | Aktuell Deutschland | DW | 30.12.2020
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Klimakrise

Deutschland erlebt 2020 zweitwärmstes Jahr

Wieder zu warm: Mit einer mittleren Temperatur von 10,4 Grad Celsius ist 2020 das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen 1881.

Deutschland Hitze und Trockenheit in Baden-Württemberg

Bei der Hitze im August 2020 ließen diese Sonnenblumen in Baden-Württemberg die Köpfe hängen

Auch in diesem Jahr war es in Deutschland im langjährigen Vergleich zu warm und zu trocken. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in ersten Auswertungen seiner Messergebnisse. Etwas wärmer als in diesem Jahr war es mit gemittelten 10,5 Grad nur im Jahr 2018. In den Jahren 2019 und 2014 betrug der Durchschnittswert jeweils 10,3 Grad.

Neun der zehn wärmsten Jahre seien im 21. Jahrhundert beobachtet worden, so der DWD, die vier wärmsten zwischen 2011 und 2020. Dies sei zugleich die wärmste Dekade seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Größten Einfluss auf den Jahresmittelwert für 2020 hatten der verhältnismäßig milde Winter und eine längere Hitzewelle im August, wie es hieß. Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des DWD, warnte: "Die wissenschaftlichen Klimafakten des nationalen Wetterdienstes sind alarmierend." Klimaschutz sei das Gebot der Stunde. "Wir müssen jetzt handeln", so Fuchs.

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Millionen neue Bäume, die der Dürre trotzen (26.09.2019)

Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2020 um 2,2 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen laut DWD alle Monate zu warm aus.

Zum dritten Mal zu trocken

2020 war nicht nur warm, sondern auch trocken: Mit rund 710 Litern Regen pro Quadratmeter seien nur gut 90 Prozent des Solls erreicht worden, teilte der DWD mit. Beachtenswerte Schneefälle gab es nur im höheren Bergland. Damit seien neun der vergangenen zehn Jahre zu trocken gewesen. 2020 sei zudem das dritte zu trockene Jahr in Folge gewesen. Dürre und Regen, teils mit Überflutungen, hätten häufig nah beieinandergelegen. Durch den Klimawandel werden Wetterextreme wie Dürreperioden, aber auch Starkregen und Überschwemmungen wahrscheinlicher.

Zudem war 2020 laut DWD ziemlich sonnig, vor allem im Süden. Im Norden und in den Mittelgebirgen war es demnach eher sonnenscheinarm. Die Sonne schien für 1901 Stunden, der vierthöchste Wert seit Messbeginn. Die höchste Temperatur des Jahres wurde am 9. August am Trierer Petrisberg gemessen: Das Thermometer stieg dort auf 38,6 Grad. Am kältesten war es mit minus 15,0 Grad am 27. Dezember im bayerischen Oberstdorf.

kle/fab (afp, epd, dpa)

 

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