Deutsches Rotes Kreuz feiert sein 150-jähriges Bestehen | Aktuell Deutschland | DW | 31.10.2013
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Aktuell Deutschland

Deutsches Rotes Kreuz feiert sein 150-jähriges Bestehen

Eine der größten deutschen Hilfsorganisationen, das DRK, feiert einen runden Jahrestag. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die vielen Helfer und ihr oft ehrenamtliches Engagement in aller Welt.

Prominentester Redner beim zentralen Festakt in Stuttgart war Bundespräsident Joachim Gauck. Die Rotkreuzbewegung stehe "für die beflügelnde Kraft des Mitgefühls", sagte Gauck. Gründer Henry Dunant habe dem Grauen des Krieges aktive "Mitmenschlichkeit und christliche Nächstenliebe" entgegensetzt.

Gauck würdigte das breite Engagement der Hilfsorganisation. Als Mitgliederverband stifte das DRK gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besonders bedankte sich das Staatsoberhaupt bei den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Zu den knapp fünf Millionen Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes gehören mehr als 400.000 ehrenamtliche Helfer an. Sie engagieren sich bei der Bergrettung, bei der Wasserwacht, sie bieten Erste-Hilfe-Kurse und betreuen Unfallopfer. Auch in den Katastrophenregionen dieser Welt leistet die Organisation medizinische Nothilfe.

Erschüttert von den Hilferufen der Sterbenden in Solferino

Henry Dunant (Foto: ullstein bild)

Er gründete das Rote Kreuz: Henry Dunant

Ursprünglich war die erste deutsche Rot-Kreuz-Gesellschaft unter dem Namen „Württembergischer Solidatitätsverein“ am 12. November 1863 in Stuttgart gegründet worden. Ins Leben gerufen wurde sie vom Schweizer Kaufmann Dunant (1828 - 1910). Diesen hatten vier Jahre zuvor die Hilferufe der geschätzten 40.000 sterbenden und verwundeten Soldaten in einer Schlacht im italienischen Solferino so erschüttert, dass er dort begann, Freiwillige aus der Gegend zur Versorgung der Opfer - egal ob Freund oder Feind - zu überzeugen.

Am 17. Februar 1863 gehört Dunant zu den Gründern des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Genf - der ersten neutralen Organisation zu Rettung verwundeter Soldaten. Im Herbst 1863 wurde auf sein Betreiben die erste deutsche Gesellschaft mit dem Roten Kreuz gegründet. 1901 wurde Henry Dunant für sein humanitäres Engagement mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Immer wieder abgeschafft

Mittlerweile genießt das Rote Kreuz als humanitäre Organisation einen völkerrechtlichem Sonderstatus. Doch das war nicht immer so. Dunans Initiative für eine neutrale und unabhängige Helfertruppe im Krieg erlebte in Deutschland eine wechselvolle Geschichte. Deutschlands Niederlage im 1. Weltkrieg stürzte auch das DRK in eine Krise: Die im Versailler Vertrag geforderte Entmilitarisierung stellte die Existenz der Organisation in Frage.

Verwundeten-Transport des DRK im Ersten Weltkrieg (Foto: picture-alliance/akg)

Verwundeten-Transport des DRK im 1. Weltkrieg

1921 gab eine neue Satzung dem DRK internationale und auf Friedensaufgaben orientierte Ziele. Sie wurden allerdings schon 1933 wieder unterlaufen: Die Nationalsozialisten schalteten das DRK gleich. Im Zweiten Weltkrieg waren dann über 600.000 DRK-Kräfte im Einsatz: Vor allem Frauen kümmerten sich um Verwundete und Kriegsgefangene.

Erfolgreicher Suchdienst nach dem Krieg

Nach der deutschen Kapitulation lösten Sowjets und Franzosen in ihrer Besatzungszone das Deutsche Rote Kreuz auf. Amerikaner und Briten ermöglichten dagegen einen schnellen Neustart. Besonders der Suchdienst des DRK bekam besondere Bedeutung bei der Zusammenführung der vom Krieg zerstreuten Familien. 1950 wurde das DRK in der Bundesrepublik neu gegründet. Zwei Jahre später folgte das DRK in der DDR. 1991 kam es auch hier zur Wiedervereinigung.

Heute ist das DRK eine der größten nichtstaatlichen Organisationen Deutschlands. Das Symbol des Roten Kreuzes ist übrigens kein christliches, sondern wurde zu Ehren Henry Dunants durch Umkehrung der Farben der Schweizer Flagge ausgewählt...

cw/sc (dpa, afp, kna)