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Deutsches Duell beim Ironman auf Hawaii

8. Oktober 2016

Wenn am Samstag in Kailua-Kona wieder der härteste Triathlet der Welt gesucht wird, deutet alles auf ein Duell zwischen Titelverteidiger Jan Frodeno und Europameister Sebastian Kienle hin.

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Ironman Österreich Kienle und Frodeno
Sie gehören beim Ironman auf Hawaii zu den Top-Favoriten: Sebastian Kienle (l.) und Jan Frodeno (r.)Bild: picture alliance/CITYPRESS24

Jan Frodeno nennt seinen Rivalen Sebastian Kienle anerkennend "Wettkampfsau", der wiederum hält den Ironman-Weltmeister für "fehlerlos": Der gegenseitige Respekt der beiden weltbesten Triathleten ist gewaltig. Beim wichtigsten Rennen der Saison auf Hawaii wird die Freundschaft zwischen Frodeno und Kienle allerdings für mindestens acht Stunden ruhen- schließlich peilen beide im Urlaubsparadies ihren zweiten WM-Triumph an.

"Alles andere als zu sagen, dass ich den Titel will, wäre tiefgestapelt", sagte Kienle, Ironman-Sieger 2014 auf Hawaii,  vor dem härtesten Tag des Jahres. Die Ansage des 32-Jährigen ist recht forsch. Denn Kienle hat mit dem drei Jahre ältere Frodeno, der bis in die Haarspitzen motiviert ist, einen harten Konkurrenten. Frodeno wird seinem Kumpel den Titel keinesfalls freiwillig überlassen. "Ich hasse es, bezwungen zu werden", sagte der Titelverteidiger, "deshalb gebe ich wieder alles."

Vieles deutet also auf ein Duell hin zwischen Weltmeister und Europameister, zwischen dem Weltrekordler und seinem ärgsten Herausforderer. Beide befinden sich jedenfalls in blendender Verfassung, "und es gibt daher schon ein paar Argumente für einen Wettstreit zwischen Jan und mir", sagt Kienle. "Allerdings sind gerade aus deutscher Sicht noch ein paar andere Karten auf dem Tisch". Vize-Europameister Andreas Böcherer gehört dazu, auch Boris Stein.

Ironman Hawaii
Nach dem Schwimmen geht es auf dem Rad 180 Kilometer weit durch die VulkanlandschaftBild: Getty Images/Ironman/D. Carr

Aber über die quälend lange Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen dürfte am Samstag (Start 18.30 Uhr MESZ) im Normalfall niemand Frodeno und Kienle gefährlich werden - weil beide nahezu keine Schwächen haben und ihre besten Leistungen immer dann abrufen, wenn es darauf ankommt.

Einladung zum Essen

Bei Frodeno war das in diesem Jahr beim Triathlon in Roth der Fall, als er die Tortur über die Langdistanz in 7:35:39 Stunden und damit so schnell wie niemand zuvor absolvierte. "Das war unglaublich. Ich hatte mir das als Ziel gesetzt, der Druck war dementsprechend groß", sagte Frodeno und ergänzte vor dem Start auf Hawaii: "Aber unter Druck bin ich besonders gut." Weil der Olympiasieger von 2008 wegen seiner Roth-Teilnahme bei der anschließenden EM in Frankfurt am Main fehlte, war in der Bankenmetropole der Weg zum Triumph für Kienle frei. Der Europameister sehnt nun das erste Duell mit Frodeno seit der WM auf Hawaii im vergangenen Jahr herbei. "Jan ist mein Angst- und Wunschgegner", sagt Kienle.

Angstgegner, weil er eben so schwer zu schlagen ist. Und Wunschgegner, weil er allein mit seiner Anwesenheit noch die letzten Kraftreserven bei Kienle herauskitzelt. Genau diese Fähigkeit beeindruckt Frodeno. "Es ist schon eine gewisse Anspannung da", gab der Wahl-Spanier zu. Kienle sei schließlich "sehr, sehr gut drauf. Er ist eine Wettkampfsau, die am Tag X das Meiste aus sich rausholen kann." Sollte einer von beiden am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen, wird am Abend definitiv fein gespeist. Die übliche Wette sieht nämlich vor, dass der Gewinner den Verlierer einlädt - wie es nun mal so ist unter guten Freunden.

asz/sn (sid)