Deutscher spioniert für Jordanien | Aktuell Deutschland | DW | 08.08.2018
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Spionage in der Bundesrepublik

Deutscher spioniert für Jordanien

Die Bundesanwaltschaft hat einen Deutschen festnehmen lassen, der für den jordanischen Geheimdienst eine Moschee ausspioniert haben soll. Er sollte demnach Informationen über die Rekrutierung von IS-Kämpfern liefern.

Deutschland Islamismus - Festnahmen und Durchsuchungen in Niedersachsen, Hildesheim (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Polizeieinsatz in Hildesheim vor der Moschee des "DIK" im November 2016

Der Mann habe offenbar vom jordanischen Geheimdienst den Auftrag gehabt, Informationen über eine als Radikalen-Treff bekannte Moschee in Hildesheim zu sammeln, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Der Verdächtige Alexander B. soll seinen Auftraggebern im Jahr 2016 Informationen über die Moschee des Vereins "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" (DIK) und mehrere dort aktive Personen geliefert haben.

Der 33-Jährige soll den jordanischen Geheimdienst auch über Menschen informiert haben, die seiner Einschätzung nach in den Dschihad nach Syrien ziehen wollten oder bereits ausgereist waren, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Wo der mutmaßliche Spion festgenommen wurde, teilte die Bundesanwaltschaft nicht mit. Der Mann wurde am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt und sitzt in Untersuchungshaft.

DIK wegen Nähe zur IS-Terrormiliz verboten

Das niedersächsische Innenministerium hatte den Verein DIK im März 2017 verboten und dessen Moschee versiegeln lassen. Die Sicherheitsbehörden hatten Erkenntnisse, dass dort Kämpfer für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) im Irak und in Syrien rekrutiert wurden. Auch Anschlagspläne in Deutschland seien dort ins Auge gefasst worden.

qu/ww (dpa, afp)

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