Deutscher Musikautorenpreis an Klaus Doldinger | Musik | DW | 15.03.2018
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Musik

Deutscher Musikautorenpreis an Klaus Doldinger

Aus seiner Feder stammen die berühmte Tatort-Titelmelodie und die Musik zum Kinofilm "Das Boot": Der Saxophonist Klaus Doldinger gilt schon zu Lebzeiten als Jazzlegende. Jetzt ehrt ihn die Gema für sein Lebenswerk.

Bei einer großen Gala der Autorengesellschaft am 15. März in Berlin erhält Doldinger den Musikautorenpreises. "Er hat ein phänomenales Gespür für jene Motive und Stimmungen, welche die Themen und Inhalte hinter den Klängen zum Vorschein bringen und Gestalt werden lassen", erklärte Jury-Sprecher Helmut Oehring. "Ich habe mein Leben der Musik gewidmet. Den Deutschen Musikautorenpreis für mein Lebenswerk zu erhalten, macht mich sehr stolz", verkündete Doldinger vorab.

Klaus Doldinger - sein Name steht für Jazz vom Feinsten: Wie kein anderer prägt der 81-jährige Saxofonist die Szene – ob solo oder als Mitglied seiner Bands "Motherhood" und "Passport". Auch als Filmkomponist feiert Klaus Doldinger Erfolge. Erst kürzlich feierte der Musiker seinen 81. Geburtstag.

Grenzgänger des Jazz 

Mal leicht, mal getragen, dann wieder stakkatohaft und hart klingt Klaus Doldingers Musik. Wenn er in sein Saxofon bläst, dann funkt, rockt und swingt es. Oder die Töne beginnen zu schweben. Dann wippen die Füße, Köpfe kreisen versonnen. Doldingers Musik ist ein Klangerlebnis, jedes Mal aufs Neue. Am besten ist sie live zu erleben. "Ich hatte das Glück, Melodien zu erfinden, die bei den Menschen hängen bleiben", sagt der in Berlin geborene und heute in Icking bei München lebende Bandleader von "Passport". "Für mich war es entscheidend, dass man meine Stücke auch mal nachpfeifen und nachsingen kann."

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Doldingers "Tatort"-Musik - auf zwei Gitarren

Das ist ihm gelungen. Jeden Sonntag um 20.15 Uhr erklingt Doldingers Krimi-Hymne in den Wohnzimmern vieler Deutschen. Wie das Augenpaar im Fadenkreuz des Trailers gehört seine Titelmelodie zum "Tatort"-Krimi. Es ist die bekannteste der vielen Film-Kompositionen, die der Jazz-Musiker als souveräner Gratwanderer zwischen den musikalischen Genres geschrieben hat.

Zahlreiche Film- und Serienmelodien

Neben dem "Tatort"-Ohrwurm drückte er auch noch weiteren Filmen seinen musikalischen Stempel auf: "Das Boot", "Die Unendliche Geschichte" und "Salz auf meiner Haut" oder Fernsehserien wie "Liebling Kreuzberg", "Wolffs Revier" oder "Alles außer Mord". Doldingers Klänge hallen lange nach. So wurden viele Zuschauer zu Doldinger-Fans, ohne es zu wissen.

Doldingers "Tatort"-Musik - auf zwei Gitarren

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Eine Kostprobe von Doldingers Psychedelic-Rock: "Sitar Beat"

Als Musiker wurde er aber mit seiner 1971 gegründeten Band "Passport" berühmt. Erster Schlagzeuger war Udo Lindenberg, für ihn ist Doldinger noch heute der "Jazz-Gott". Berührungsängste zwischen Kunst und Kommerz hatte Doldinger nie. "Es war ein Thema, aber man kann nicht einfach nur ein Register ziehen", erklärt er bescheiden. "Für mich war es immer wichtig, mit dem einen oder anderen Erfolg zu haben. Und ich hatte das Glück, damit existieren zu können."

Ein Spektrum von Avantgarde bis Mainstream

Der Sänger Udo Lindenberg (picture-alliance/dpa/O. Stratmann)

Der Sänger Udo Lindenberg und Klaus Doldinger bei einem Auftritt im Jahr 2000

So arbeitete er schon zu Beginn seiner Karriere - unter dem Pseudonym Paul Nero - an Schallplatten, die sich "an internationalen Hitparaden" orientierten, wie er sich erinnert. Zu seinem 80. Geburtstag erschien das 35. "Passport"-Album mit dem knappen Titel: "Doldinger". Es versammelt die Lieblingsstücke unter seinen annähernd 350 Kompositionen allein für diese Band. Insgesamt schrieb Doldinger rund 2000 Stücke.

Bühnenmusiker mit Leidenschaft 

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Doldinger und Passport mit "Merhba"

Der gelernte Tontechniker Doldinger werkelt nicht nur gern im Studio. Er ist vor allem ein leidenschaftlicher Bühnenmensch. Inzwischen hat er es auf mehr als 5000 Konzerte gebracht. Als er 1960 durch die USA tourte, ernannte man ihn zum Ehrenbürger von New Orleans. Danach reiste er als "Botschafter des deutschen Jazz" für das Goethe-Institut durch rund 40 Länder. "Alles hat sich peu à peu ergeben", resümiert Klaus Doldinger sein Leben: "Ich hatte Glück, en gros."

Der Deutsche Musikautorenpreis wurde 2009 von der GEMA ins Leben gerufen, um die Komponisten und Textdichter der deutschen Musikbranche für ihre herausragenden Leistungen zu würdigen.


 

 

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