Deutscher Botschafter in Eritrea einbestellt | Aktuell Afrika | DW | 23.10.2019
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Ostafrika

Deutscher Botschafter in Eritrea einbestellt

Wegen eines Online-Artikels der Deutschen Welle musste der deutsche Botschafter der Regierung Eritreas Rede und Antwort stehen. Das Berliner Auswärtige Amt verweist auf die Pressefreiheit.

Regierungsgebäude in Asmara (Sailko/Wikipedia)

Regierungssitz in Asmara

In dem Gespräch sei es um die Berichterstattung der Deutschen Welle (DW) gegangen, teilten Vertreter des Auswärtigen Amts in Berlin mit, ohne nähere Details zu nennen. "Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut und Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie", hieß es weiter. Zudem sei die Deutsche Welle "ein unabhängiges, nach hohen journalistischen Standards arbeitendes Medium". Die DW äußerte sich zunächst nicht zu der Sache.

Eritreas Informationsminister Yemane Meskel hatte kürzlich getwittert, die DW würde "ungezügelt eine Verleumdungskampagne" gegen sein Land durchführen. Es sei zu unausgewogenen Online-Berichten über den nationalen Arbeits- und Wehrdienst im Land und den Friedensprozess gekommen. Man habe den Botschafter einbestellt, um eine Klarstellung zu erhalten.

Der kleine Staat am Horn von Afrika wird seit Jahren repressiv geführt. Eine UN-Untersuchungskommission warf der Regierung des Landes Verbrechen wie Sklaverei, Folter, Verfolgung, Vergewaltigungen und Mord vor. Vor allem der zeitlich unbegrenzte Nationaldienst - von der Kommission mit "Versklavung" verglichen - hat Hunderttausende Eritreer in die Flucht getrieben, auch nach Deutschland.

Im vergangenen Jahr hatte Äthiopien nach 20 Jahren Konflikt Frieden mit Eritrea geschlossen. Auch dafür wurde Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed jüngst der Friedensnobelpreis zugesprochen. Allerdings hat sich laut Menschenrechtlern seit dem Friedensschluss zwischen den beiden Ländern - und der Aufhebung von UN-Sanktionen gegen Eritrea - die Menschenrechtslage in Eritrea kaum verbessert.

uh/gri (dpa)

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