Deutsche Tradition als immaterielles Kulturerbe | Kultur | DW | 17.03.2018
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Kultur

Deutsche Tradition als immaterielles Kulturerbe

Die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes ist um sieben deutsche Traditionen und Kulturtechniken reicher. Aufgenommen wurden historische Laienspiele, die an mittelalterliche Ereignisse erinnern sollen.

Zu den aktuellen Neuaufnahmen in diese bundesweite Liste zählen die traditionellen Historienspiele "Further Drachenstich" (Artikelbild) und "Landshuter Hochzeit". Beide erinnern an überlieferte Vorkommnisse im Mittelalter und sind als Kulturgut nach Ansicht der Deutschen Unesco-Kommission in Bonn schützenswert.

Als immaterielles Kulturerbe wurde auch die Spergauer Lichtmeß in die Liste aufgenommen. Jedes Jahr feiern die Bewohner in diesem Ortsteil von Leuna/Saale gemeinsam, um lautstark und mit viel Feuer den Winter auszutreiben. Den Brauch gibt es dort seit 1688. 

Der Pfingsttanz der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helba wurde ebenfalls aufgenommen. Auch dort wird mit dem Fest traditionell der Winter aus der Region vertrieben. Da diese Tradition bis heute bewahrt und weiter aktiv betrieben wird, fördere sie den sozialen Zusammenhalt und die Gemeinschaft quer durch alle Generationen, so die Unesco-Kommission zur Begründung der Aufnahme.

Nominierung als Immaterielles Weltkulturerbe

Beschlossen wurde bei der Sitzung in Bonn auch die Nominierung des Hebammenwesens sowie des Bauhüttenwesens für die internationale Unesco-Liste des weltweiten Immateriellen Kulturerbes. Eine Entscheidung darüber fällt erst Ende 2020. Das medizinische Fachwissen der Hebammen ist bereits 2016 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden.

Bauhütten, wie man sie vom Kölner Dom oder dem Ulmer Münster kennt, seien "Kompetenzzentren für Naturstein, in denen das Wissen der Steinbearbeitung seit Jahrhunderten bewahrt, weiter entwickelt und an künftige Generationen vermittelt wird", hieß es in der Begründung. Die Vernetzung der Bauhütten und der europaweite Wissensaustausch seien ein beispielhaftes Modell für die Bewahrung und Pflege des kostbarem Immateriellen Kulturerbes.

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