Deutsche Millionenhilfe für den Stabilitätsanker des Nahen Ostens | Aktuell Nahost | DW | 21.06.2018
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Deutschland und Jordanien

Deutsche Millionenhilfe für den Stabilitätsanker des Nahen Ostens

Jordanien hat zwar große soziale Probleme, genießt aber einen guten Ruf - als Flüchtlingsherberge und Kämpfer gegen den IS. Für die Kanzlerin war es bei ihrem Besuch daher ein leichtes, für einen neuen Kredit zu sorgen.

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Michaela Küfner in Jordanien

Deutschland wird Jordanien bei seinen Reformbemühungen mit einem zusätzlichen Kredit in Höhe von 100 Millionen US-Dollar unterstützen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Amman zu. Das Geld sollte die Umsetzung der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangen Reformbemühungen erleichtern.

Rund 700.000 Flüchtlinge aus Syrien

In dem als Stabilitätsanker in der Krisenregion geltenden Königreich hatte es kürzlich heftige Proteste gegen Reformmaßnahmen der Regierung und Steuererhöhungspläne gegeben. Merkel sagte, der Kredit komme zu der deutschen Entwicklungs-Unterstützung in Höhe von 384 Millionen Euro in diesem Jahr für humanitäre Fragen und Bildung hinzu. Jordanien sei in einer schwierigen Periode, in der sich erst Schritt für Schritt die Früchte der Reformen zeigten. Für mehr Privatinvestitionen müsse das Vertrauen in das Land und die Rahmenbedingungen noch wachsen. Es gebe aber eine große Bereitschaft deutscher Unternehmen, sich in dem Land zu engagieren. Die Kanzlerin wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Deutschland und Jordanien stünden beim Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und beim Friedensprozess in Syrien vor den gleichen Aufgaben, sagte Merkel, die das Engagement des Nahost-Landes bei der Unterbringung der rund 700.000 syrischen Flüchtlinge würdigte. Mehr als 200.000 Flüchtlingskinder müssten unterrichtet werden. Deutschland wolle den Flüchtlingen helfen, aber nicht vergessen, dass auch die Einheimischen eine gute Zukunft haben müssten, so die Kanzlerin weiter.

Pro Atomabkommen, contra Kriegsbeteiligung

König Abdullah sagte, Deutschland habe "die große Bürde, die Last der Flüchtlinge, die uns aus der syrischen Krise erwachsen sind, sehr wohl verstanden und versucht, uns zu helfen". An dem Treffen im Husseiniye-Palast nahmen auch Kronprinz Al Hussein ibn Abdullah II. und der neue Ministerpräsident Omar al-Rassas teil. 

Merkel stellte sich erneut hinter das von den USA einseitig gekündigte Atomabkommen mit dem Iran, verurteilte aber zugleich das Eingreifen Teherans in den Kriegen in Syrien und im Jemen. Wie König Abdullah sprach sich die Kanzlerin für eine Zweistaatenlösung mit einem sicheren Israel und einem palästinensischen Staat aus.

Merkel bei einer Diskussion mit Studenten der Deutsch-Jordanischen Universität in Ammann (Foto: Reuters/M. Hamed)

Merkel bei einer Diskussion mit Studenten der Deutsch-Jordanischen Universität in Amman

Vor ihrem Treffen mit Abdullah hatte Merkel in der 2005 gegründeten Deutsch-Jordanischen Universität in Amman mit etwa 100 Studenten diskutiert. An der drittgrößten jordanischen Universität, die nach dem Vorbild deutscher Fachhochschulen konzipiert ist, studieren mehr als 5000 Frauen und Männer. Mehr als 100 deutsche Fachhochschulen beteiligen sich an der Gestaltung des Lehrplans wie auch an der Betreuung von Studierenden während ihres verpflichtenden Auslandsjahres in Deutschland oder Österreich.

Besuch bei Bundeswehrsoldaten

Nach ihrer Visite in Amman traf die Kanzlerin am Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak Bundeswehrsoldaten, die dort im Zuge des internationalen Kampfes gegen den IS stationiert sind. Derzeit sind rund 290 Bundeswehrsoldaten an dem Einsatz beteiligt. Merkel dankte den Soldaten für ihren "wichtigen Dienst", der in "unmittelbarem Zusammenhang" mit "unserer Sicherheit zuhause" stehe.

sti/uh (dpa, ap)

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