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Deutsche Bahn: Technikpanne stoppt alle Züge

24. Juni 2026

Nach einer deutschlandweiten Störung läuft der Zugverkehr im ganzen Land wieder an. Dennoch gibt es scharfe Kritik an der Deutschen Bahn.

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Reisende warten in einer langen Schlange in Frankfurt nach bundesweiter Funkstörung der Bahn
Lange Warteschlangen vor den Bahnhofsinformationen, hier in FrankfurtBild: dpa/picture alliance

Eine Störung im digitalen Funknetz hat in der Nacht zum Mittwoch den Bahnverkehr in ganz Deutschland vorübergehend zum Erliegen gebracht. "Kein Bahnbetrieb bundesweit", teilte die Deutsche Bahn (DB) am Dienstagabend mit. Techniker des Unternehmens gelang es dann nach Angaben von Konzernchefin Evelyn Palla mit einem "Notfallsystem", das Problem vorerst zu beheben.

Züge rollen wieder

Nach Bahn-Angaben lief am Morgen der Zugverkehr reibungslos wieder an. Es komme aber noch vereinzelt zu Folgeverspätungen. Sämtliche Strecken seien uneingeschränkt befahrbar, und das volle Zugangebot im Regional- und Fernverkehr fahre weitestgehend planmäßig, hieß es.

Ein Smartphonebildschirm zeigt die Deutsche-Bahn-Website mit einem Verweis auf eine bundesweite IT-Störung (23.06.2026)
Störungshinweis in DB-AppBild: Rolf Vennenbernd/dpa/picture alliance

Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R, über das Lokführer und Leitstellen miteinander kommunizieren, hatte am Abend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Auslöser für die Probleme war der "planmäßige Tausch einer technischen Komponente", wie der Chef der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl, mitteilte. "Wie es dadurch genau zu der Störung kam, analysieren wir nun mit höchster Priorität." 

Zahlreiche Reisende waren in der Nacht auf Bahnhöfen gestrandet, vor Bahnhofsinformationen bildeten sich teils sehr lange Warteschlangen. Viele Reisende saßen durch den Ausfall fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben - teils konnten Menschen aber keine freien Hotelzimmer mehr buchen, etwa in Frankfurt am Main

Kritik an Deutsche Bahn

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder forderte eine umfassende Aufklärung. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur. 

Patrick Schnieder in einem DW-Interview (14.02.2026)
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder fordert Aufklärung (Archivbild)Bild: Ronka Oberhammer/DW

Der Landesverkehrsminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Oliver Krischer, übte deutliche Kritik an der Bahn. "Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität", sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Bahn dankt den Fahrgästen für ihre Geduld

"Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen", so Krischer. Er äußerte auch Kritik am Notfallmanagement. Nötig seien Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden. 

Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert. IT-Experten der Bahn hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. "Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden", hieß es weiter. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. 

Auch S- und Privatbahnen sowie Güterzüge betroffen

GSM-R steht für "Global System for Mobile Communications - Railway". "Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG", heißt es auf der Webseite der DB InfraGo. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern.

Ein Berliner S-Bahn-Zug während bundesweiter Funkstörung (23.06.2026)
Auch die S-Bahnen in verschiedenen Städten waren betroffen, hier in BerlinBild: Niklas Graeber/dpa/picture alliance

Von der Störung betroffen waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge, sondern S- und Privatbahnen. In Berlin etwa war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt, ebenso in der süddeutschen Großstadt Stuttgart. Still stand außerdem der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist. 

pg/AR (dpa, afp, rtr)

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