Deutsche Bahn nach gescheiterten Tarifgesprächen vor Warnstreiks | Aktuell Deutschland | DW | 08.12.2018
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Tarifverhandlungen bei der Bahn

Deutsche Bahn nach gescheiterten Tarifgesprächen vor Warnstreiks

Der Konzern und die Gewerkschaft EVG haben sich nicht auf eine Lohnerhöhung für die Beschäftigten einigen können. Bahnkunden müssen nun mit Zugausfällen durch Warnstreiks rechnen. Auch mit der GDL gab es keine Einigung.

Deutschland Streik der GDL Blick auf leere Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof (Imago/J. Huebner)

Keine Lohnerhöhung - keine Züge: der Deutschen Bahn drohen bald Warnstreiks

Am Ende der dreitägigen Verhandlungsrunde in Hannover brachen beide Seiten die Gespräche ab. "Warnstreiks werden nun unweigerlich die Folge sein", hieß es von Seiten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Wie aus Kreisen der Gewerkschaft verlautete, sollen schon am Montagmorgen Mitarbeiter in Stellwerken und Werkstätten bundesweit ihre Arbeit niederlegen.

Deutschland Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn mit der EVG (picture-alliance/dpa/H. Hollemann)

EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba (re.)

"Der Arbeitgeber hat uns nur Angebote vorgelegt, die nicht den Forderungen unserer Mitglieder entsprachen", erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. "Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit", fügte sie hinzu.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hatte die Bahn zwei Erhöhungsstufen für das Gehalt angeboten: Einmal 2,5 Prozent und einmal 2,6 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Die Laufzeit sei zu lang, die Prozente daran gemessen zu niedrig, erklärte Rusch-Ziemba die Ablehnung durch die EVG.

DB-Personalvorstand Martin Seiler nannte den Abbruch der Verhandlungen durch die EVG eine "völlig unnötige Eskalation". "Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", so Seiler. Die Deutsche Bahn habe "alle EVG-Forderungen inklusive der Kernforderungen" erfüllt.

Auch mit GDL keine Einigung

Die EVG hatte für ihre 160.000 Mitglieder 7,5 Prozent mehr Geld gefordert. Dieselbe Forderung erhob auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Mit beiden Gewerkschaften verhandelte die Bahn seit Donnerstag parallel in zwei Hotels in der niedersächsischen Hauptstadt.

Deutschland Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn (picture-alliance/dpa/H. Hollemann)

DB-Personalvorstand Martin Seiler (r.) mit GDL-Chef Klaus Weselsky

Auch mit der kleineren GDL, die 36.000 Beschäftigte vertritt, kam es zu keiner Einigung. Man habe sich auf eine Vertagung der Tarifgespräche auf den 11. Dezember in Eisenach geeinigt, hieß es. Hier sei man kurz vor dem Ziel, betonte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler.

Die EVG lehnte eine Vertagung dagegen ab. Sie hatte bereits vorab mit einem Abbruch der Gespräche und "weiterreichenden" Aktionen gedroht, falls in dieser Runde keine Einigung gelingen sollte.

mak/se (dpa, afp)