Der Yuan wird abermals abgewertet | Wirtschaft | DW | 13.08.2015
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Wirtschaft

Der Yuan wird abermals abgewertet

Chinas Zentralbank hat den Yuan den dritten Tag in Folge abgewertet, gleichzeitig aber ein Ende der Interventionen angedeutet. Aus Regierungskreisen kommen jedoch andere Signale.

Die chinesische Zentralbank sieht angesichts der ökonomischen Fundamentaldaten keine Grundlage für eine weitere Abwertung der Landeswährung Yuan. Der Handelsüberschuss, die solide Fiskalpolitik und große Bestände an ausländischen Devisen verliehen dem Wechselkurs "kräftige Unterstützung", teilte die Notenbank mit.

Sie werde beobachten, ob es ungewöhnliche grenzüberschreitende Devisenströme gebe. Zudem werde sie den Mechanismus zur Kursfestlegung des Yuan weiter verbessern, um normale Fluktuationen beim Wechselkurs sicherzustellen.

Mittel zur Exportförderung

Der Yuan schwächte sich den dritten Tag in Folge ab. Die Volksrepublik hatte den Yuan am Dienstag und Mittwoch durch eine Änderung der Kursfestlegung um rund vier Prozent abgewertet. Der Exportweltmeister erhofft sich dadurch Vorteile im Kampf um Marktanteile und Impulse für die lahmende Konjunktur, weil seine Waren im Ausland dadurch preislich attraktiver werden. Die Notenbank bezeichnete den Schritt als einmalig.

Aus Regierungskreisen verlautete jedoch, dass China eine Abwertung von fast zehn Prozent anstrebe.

Der Vizegouverneur der chinesischen Zentralbank, Yi Gang, sagte, dass das Land im Rahmen der Liberalisierung der Finanzmärkte die Öffnung seines Devisenmarkts beschleunigen und mehr ausländische Investoren anlocken wolle.

In Reaktion auf die Abwertung des Yuan senkten chinesische Stahlhersteller nach Informationen von Insidern bereits die Exportpreise für Stahl. Einige kleine chinesische Firmen hätten den Preis für Bewehrungsstahl zum Bauen um fünf bis zehn Dollar je Tonne reduziert, verlautete aus Branchenkreisen.

Chinas Stahlindustrie ist die größte in der Welt. Eine geringere Nachfrage in der Volksrepublik hat viele Stahlproduzenten jedoch dazu gezwungen, Rekordmengen ins Ausland auszuführen.

wen/sti (rtrd, dpa)