Der Vater des Urmels ist tot | Top-Thema – Podcast | DW | 11.09.2015
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Der Vater des Urmels ist tot

„Urmel aus dem Eis“, ein kleines Wesen mit Sprachfehler, ist einer der bekanntesten Kinderbuchstars in Deutschland. Am 4. September 2015 ist sein Erfinder Max Kruse im Alter von 93 Jahren gestorben.‎

Audio anhören 03:09

Der Vater des Urmels ist tot – das Top-Thema als MP3

Ein kleines, lispelndes Wesen, das an einen Dinosaurier erinnert, schlüpft nach Millionen von Jahren aus einem tiefgefrorenen Ei. Bei Professor Habakuk Tibatong auf der Insel Titiwu findet es ein neues Zuhause. Zusammen mit seinen tierischen Freunden, die fast alle einen Sprachfehler haben, erlebt es ein spannendes Abenteuer. Davon handelt die Geschichte „Urmel aus dem Eis“ von Max Kruse. Sie gehört zu den bekanntesten Kinderbüchern Deutschlands. Weltweit wurde es über 800.000-mal verkauft.

Mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher hat Kruse in seinem Leben geschrieben. Einige von ihnen, darunter auch das Urmel, wurden später mit Marionetten von der „Augsburger Puppenkiste“ nachgespielt und im Fernsehen gezeigt. Kruses Bücher wurden in viele verschiedene Sprachen übersetzt – unter anderem ins Chinesische, Englische, Russische und Koreanische. Ihre Gesamtauflage liegt bei über drei Millionen Exemplaren.

Kruse wurde 1921 in Bad Kösen an der Saale geboren. Seine Mutter war eine bekannte Puppenmacherin, sein Vater Bildhauer. Für die Puppen und Stofftiere seiner Mutter Käthe Kruse schrieb Max Kruse 1952 sein erstes Kinderbuch „Der Löwe ist los“. Als sein bestes Buch bezeichnete Max Kruse selbst seinen Fantasy-Roman „Der Schattenbruder“ aus dem Jahr 1985. Es wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

In den letzten Jahren lebte Kruse im bayerischen Penzberg. Über seinen Erfolg hat er sich immer gewundert. Schriftsteller wollte er allerdings schon als Kind werden. Er sagte einmal: „Da es in meiner Kindheit weder Radio noch gar Fernsehen und Internet gab, kannte ich nur Bücher, die ich verschlang.“ Kruses Freund und Autor Michael Schmidt-Salomon schrieb nach seinem Tod im September 2015 im Internet: „Ich bin überzeugt: Ohne Max Kruses Werke, ohne seine Phantasie, sein Einfühlungsvermögen, seine Freundlichkeit, sähe die Welt deutlich ärmer aus!“


Glossar

Vater, Väter (m.) – hier: der Erfinder

Wesen, - (n.) – ein Lebewesen; hier: ein Tier

Star, -s (m., aus dem Englischen) – jemand, der sehr berühmt ist

lispeln – beim Sprechen den „s“-Laut nicht richtig aussprechen

Dinosaurier, - (m.) – ein Tier, das vor vielen Millionen Jahren auf der Erde gelebt hat

schlüpfen – geboren werden bei Tieren, die in einem Ei heranwachsen

tiefgefroren – so, dass etwas lange in Eis oder Schnee war und dadurch haltbar wurde

Marionette, -n (f.) – eine Puppe an Fäden, mit der manchmal ein Stück vorgeführt wird

etwas nach|spielen – hier: etwas (z. B. eine Geschichte) als Theaterstück o. Ä. zeigen

Gesamtauflage, -n (f.) – die Gesamtzahl bestimmter Bücher, die veröffentlicht wurden

bei etwas (einer Zahl) liegen – von einer bestimmten Höhe sein; betragen

Exemplar, -e (n.) – das einzelne Stück von einer Menge

Puppenmacher, -/Puppenmacherin,- nen – jemand, der Puppen u. Ä. herstellt

Bildhauer, -/Bildhauerin, -nen – jemand, der aus Steinblöcken o. Ä. Kunstwerke baut

Fantasy-Roman, -e (m.) – ein Buch mit einer Geschichte aus einer erfundenen Welt

Literaturpreis, -e (m.) – eine Auszeichnung für einen Schriftsteller

etwas/jemanden nominieren – etwas/jemanden für einen Preis vorschlagen

Bücher verschlingen – ein Buch nach dem anderen ganz schnell lesen

Phantasie (f., nur Singular) – die Fähigkeit, sich Dinge oder Situationen sehr gut vorstellen zu können

Einfühlungsvermögen, - (n.) – die Fähigkeit, die Gefühle von anderen gut zu verstehen

arm – hier: weniger interessant


Fragen zum Text

1. „Urmel aus dem Eis“ ist ein Kinderbuch über …

a) das Leben am Nordpol.
b) das Leben der Dinosaurier in der Eiszeit.
c) Tiere, die auf einer Insel zusammenleben.

2. Welcher Satz ist richtig? Max Kruse …
a) hat 1985 sein erstes Buch verfilmt.
b) starb im Alter von 93 Jahren.
c) hat 3 Millionen Euro von der Augsburger Puppenkiste für das Urmel bekommen.

3. Kruse wollte schon immer Schriftsteller werden, weil …
a) seine Mutter Puppenspielerin war und er schon als Kind Theaterstücke für sie geschrieben hat.
b) er die Welt mit seinen Geschichten verbessern wollte.
c) er als Kind selbst gerne gelesen hat.

4. Wie kann man die Satzstellung des folgenden Satzes ändern, ohne dass er grammatikalisch falsch wird. „Über seinen Erfolg hat sich Kruse immer gewundert.“
a) Kruse hat sich über seinen Erfolg immer gewundert.
b) Sich hat Kruse immer über seinen Erfolg gewundert.
c) Kruse hat über seinen Erfolg immer sich gewundert.

5. Wie kann die Satzstellung des folgenden Satzes nicht geändert werden? „Weltweit wurde das Buch 800.000-mal verkauft.“
a) 800.000-mal wurde das Buch weltweit verkauft.
b) Verkauft das Buch wurde weltweit 800.000-mal.
c) Das Buch wurde 800.000-mal weltweit verkauft.


Arbeitsauftrag
Die Tiere, die in der Geschichte „Urmel aus dem Eis“ vorkommen, haben das Sprechen bei Professor Tibatong gelernt. Fast alle haben jedoch einen kleinen Sprachfehler. Das Urmel lispelt, Pinguin Ping kann das „sch“ nicht aussprechen und sagt stattdessen immer „pf“. Wawa, ein Waran, spricht das „z“ wie „tsch“ aus. Schusch, ein Vogel, sagt statt „i“ immer „ä“ und der See-Elefant Seele-Fant immer „ö“ statt „e“ und „i“. Wutz, das Schwein, spricht ganz normal. Schreibt und sprecht einen Dialog über eine Muschel, die die Tiere gefunden haben.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads