Der Trommelbauer von Mosambik
Wenn Afrika einen Soundtrack hätte, dann käme ganz sicher die Djembé darin vor, die traditionelle afrikanische Trommel. Djongue aus Mosambik ist Djembenbauer und zeigt uns, wie genau seine Instrumente entstehen.

Djongue spielt seine Djembé
Wenn Afrika einen Soundtrack hätte, dann käme ganz sicher die Djembé darin vor, die traditionelle afrikanische Trommel. Djongue ist ein professioneller Trommler aus der Stadt Beira in Mosambik. Er spielt in Bands und hat sich auch das Bauen von Djemben beigebracht. Um ein Instrument herzustellen, braucht er Holz, eine Ziegenhaut, drei Eisenringe, ein Stück Stoff und ein starkes Seil.
Holz für die Trommel
Das Holz bekommt Djongue von Tischlermeister Alberto. Eigentlich ist er auf die traditionellen Maismörser, die "Pilões", spezialisiert. Da ihre Form aber der Djembé ähnelt, kann Djongue sie auch für seine Trommeln verwenden. Mit einem Eisenbeil bearbeitet der Tischler rohe Holzstücke und formt aus ihnen die Trommelkörper.
Der Tischler aus dem Busch
Tischlermeister Alberto wohnt im Dorf Macuacua, etwa 80 Kilometer außerhalb von Beira im Busch der Provinz Sofala. Seine Werkstatt befindet sich unter einem Baum. Alberto und Djongue verhandeln eine Weile, dann einigen sich beide Männer auf einen Preis für drei Holzkörper und auf einen Liefertermin in zwei Wochen.
Im Schlachthof
Die Bespannung und Trommelfläche der Djembé ist aus Ziegenhaut. Djongue kauft diese in einem Schlachthof in Beira. Eine ganze Ziege kostet dort zwischen 20 und 35 Euro. Die Haut wird in Mosambik in der Regel nicht weiterverwertet. So zahlt Djongue nur etwa 30 Eurocent dafür. Er wird sie reinigen und nachdem die Eisenringe fertig sind, auf die Trommel spannen.
Eisenringe für die Bespannung
In einer Schlosserei und Autowerkstatt am Rande der von Beira, Mosambiks zweitgrößter Stadt, lässt Djongue die Eisenringe für die Bespannung der Djembé herstellen. Diese halten später das Ziegenfell straff über dem Rahmen der Trommel.
In der Schlosserei
Die Werkstatt ist mit einem Schweißgerät und diversen Schlosserei-Werkzeugen ausgestattet. Das Rohmaterial für die Eisenringe muss Djongue vorher entweder auf dem Markt oder in einem Geschäft für Baumaterialien kaufen.
Harte Schweiß-Arbeit
Die drei Ringe werden individuell an die Djembé angepasst. Der zehn Millimeter dicke Baustahl muss gebogen werden. Gerät der Ring zu groß, muss ein Stück herausgeschnitten werden. Ist er zu klein, muss ein Stück hinein gepfropft werden. So geht das, bis alle drei Eisenringe perfekt passen - denn so viele braucht Djongue, um die Ziegenhaut zu spannen.
Auf dem Markt
Die Schnüre für die Bespannung bekommt Djongue auf dem Markt "Mercado da Praia Nova" am Rande des Stadtzentrums von Beira. Er verhandelt und kauft zehn Meter für circa 4,50 Euro.
Vorbereiten der Ziegenhaut
Djongue hat jetzt alle Einzelteile für die Djembé beisammen. Jetzt muss er sie nur noch zusammenbauen. Doch so einfach, wie das klingt, ist das nicht. Das Ziegenfell wird zunächst leicht auf die Djembé gespannt und dann erst einmal eine Woche lang getrocknet.
Vorsichtig arbeiten
Die Haare auf dem Fell müssen noch weg, bevor mit der Djembé getrommelt werden kann. Mit einem Glassplitter schabt Djongue solange auf der Oberfläche, bis sie glatt ist. Er muss aufpassen, denn die Haut ist dünn und der Glassplitter scharf.
Die richtige Spannung
Die Djembé muss nun noch gespannt werden, dann ist sie fertig. Djongue hat ein kleines Zulieferer- und Vertriebsnetz für Djemben in Beira aufgebaut. Dieses Instrument wird eine Kundin aus Europa kaufen, für rund 130 Euro. Djongue hat ihr gleich eine Trommelstunde dazu verkauft.