Der Senegal kämpft sich ins Finale | Sport | DW | 14.07.2019
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Afrika Cup 2019

Der Senegal kämpft sich ins Finale

Der Senegal erreicht das Finale des Afrika Cups 2019. Gegen die Mannschaft Tunesiens benötigt das Team von Trainer Aliou Cissé die Verlängerung. Algerien setzt sich in letzter Sekunde verdient gegen Nigeria durch.

Im spärlich besetzten Stadion in Kairo setzte sich der Senegal knapp mit 1:0 (0:0) n.V. gegen Tunesien im Halbfinale des Afrika Cups 2019 durch. Besonders bitter für die Nordafrikaner: Durch ein unglückliches Eigentor von Dylan Bronn mussten sie als Verlierer vom Platz gehen. 

Beide Teams konzentrierten sich erst einmal darauf, dem Gegner möglichst keine Torchancen zu gewähren. Rund 20 Minuten lang dominierten die Abwehrreihen beider Teams das Geschehen, vor den Toren passierte nichts. Youssef Msakni war es, der nach 21 Minuten die erste Möglichkeit hatte. Der Tunesier kam aus sechs Metern nach einem Eckball frei zum Kopfball, vergab aber deutlich. 

Danach kam mehr Schwung in die Partie. Nur vier Minuten später hatte Senegals Verteidiger Youssouf Sabaly Pech, als sein sehenswerter Schlenzer aus 16 Metern nur das Lattendreick des tunesischen Tores traf. Der Senegal bestimmte in der Folge das Geschehen, aber weder M'Baye Niang (36.) mit einem missratenen Drehschuss noch Sadio Mané (37.) nach einem Dribbling konnten ihre guten Möglichkeiten nutzen.  

Vergebene Elfmeter

Nach dem Wechsel kamen die Tunesier wacher aus der Kabine. Taha Khenissi (47.) tauchte plötzlich völlig frei vor dem Tor der Senegalesen auf, sein Lupfer war aber zu ungenau. Nur eine Minute später hatte Ferjani Sassi eine gute Schussmöglichkeit, aber Torhüter Alfred Gomis konnte parieren.

Die Partie wurde dann intensiver, die Zweikämpfe härter. Die Aktionen auf beiden Seiten aber auch ungenauer. Bis zur 75. Minute passierte wieder wenig, bis Kalidou Koulibaly sich im eigenen Strafraum in einem Schuss warf und den Ball aus kurzer Distanz an den Arm bekam. Schiedsrichter Bamlak Tessema Weyesa entschied auf Strafstoß. Der Tunesier Sassi trat an und vergab geradezu kläglich. Torhüter Gomis konnte mühelos parieren. 

Torhüter Hassen patzt

Nur drei Minuten später gab es Elfmeter für Senegal nach einem Foulspiel von Dylan Bronn. Aber Henri Saivet scheiterte ebenfalls, Torhüter Hassen konnte parieren. Bis zur Verlängerung hatten beide Teams dann keine Chancen mehr. 

Die Verlängerung gingen beide Teams äußerst vorsichtig an. Keines wollte einen Fehler machen. Und dann patzten die Tunesier. Torhüter Hassen faustete einen Flanke von der rechten Seite an den Kopf von Mitspieler Bronn, von wo aus der Ball zum 1:0 für den Senegal (100.) über die Torlinie kullerte.

In der Folge brachten die Senegalesen die Partie geschickt über die Zeit. Kurios: Schiedsrichter Bamlak Tessema Weyesa nahm in der zweiten Hälfte der Verlängerung einen Handelfmeter für Tunesien nach zweimaliger Studie des Videobeweises wieder zurück. 

Algerien - Nigeria 2:1 (1:0) Mahrez erlöst Algerien

Algeriens Ismail Bennacer (r.) beim Torschuss (Getty Images/AFP/J. Soriano)

Algeriens Ismail Bennacer (r.) beim Torschuss

Riyad Mahrez hat Algerien in der Nachspielzeit ins Finale geschossen. Der Mittelfeldspieler verwandelte in der fünften Minute der Nachspielzeit per Freistoß zum 2:1 (1:0) gegen Nigeria. Auch wenn der Sieg am Ende etwas glücklich zustande kam, war Algerien über die gesamte Spielzeit das bessere Team. Auch am ersten Treffer seines Teams war der 28-Jährige bereits entscheidend beteiligt. 

Algerien bestimmte von Beginn an das Geschehen. Nach 15 Minuten hatten die Nordafrikaner die erste Tormöglichkeit. Rami Bensebaini köpfte nach einem Freistoß aber zu ungenau. Nigeria hatte große Mühe, sich aus der Überlegenheit der quirligen Algerier zu befreien. Die Mannschaft von Trainer Gernot Rohr wirkte nervös und fahrig. 

Troost-Ekong mit Eigentor

Baghdad Bounedjah hatte nach 28 Minuten die Führung für Algerien nach einem kapitalen Abwehrfehler auf dem Fuß. Aber allein vor Nigerias Torhüter Daniel Akpeyi versagten dem Angreifer die Nerven. Nigerias Abwehrspieler Jamilu Collins hatte Glück, dass der Ball bei seiner Rettungsaktion in letzter Sekunde (37.) das eigene Tor nur um Zentimeter verfehlte.

Doch die Führung ließ nicht mehr lange auf sich warten. Mahrez setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte nach Innen. Erst fälschte Collins ab, danach lenkte William Troost-Ekong den Ball zum 1:0 (40.) für die Algerier in die eigenen Maschen. 

Ausgleich durch Handelfmeter

Auch in der zweiten Hälfte war Algerien das reifere Team. Nigeria erhöhte zwar das Tempo, aber das Team von Trainer Djamel Belmadi zeigte sich weitgehend unbeeindruckt. Nigeria fehlten Ideen, um die kompakte Defensive in Schwierigkeiten zu bringen. 

Und doch kamen die Nigerianer zum Ausgleich, weil Algeriens Aissa Mandi im Strafraum den Ball gegen den Arm bekam. Schiedsrichter Bakary Papa Gassama entschied nach Videobeweis auf Strafstoß, den Odion Ighalo sicher zum 1:1 verwandelte.

Im Anschluss schienen sich beide Teams bereits auf die Verlängerung eingestellt zu haben, als Mahrez die Partie mit seinem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern in letzter Sekunde (90. +5. Min) entschied.

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