Der lange Weg zurück in die Schule | Deutschlehrer-Info | DW | 16.04.2020
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Deutschlehrer-Info

Der lange Weg zurück in die Schule

In den nächsten Wochen soll in Deutschland allmählich der Unterricht wieder beginnen. Wie genau, ist nicht einheitlich geregelt. Klar scheint nur: Eine Rückkehr zur Normalität wird es bis zu den Sommerferien nicht geben.

Eine Lehrerin sitzt alleine in einem Klassenraum hinter ihrem Laptop (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Bis diese Lehrerin wieder vor einer vollen Klasse sitzt, wird noch viel Zeit vergehen

Seit Mitte März sind in Deutschland alle Schulen wegen des Corona-Virus' geschlossen. Wie in anderen Ländern auch findet der Unterricht seitdem zu Hause statt. Das ist für viele Familien nicht nur eine psychische Belastung, es verstärkt auch soziale Ungleichheiten, weil es in vielen Haushalten an technischer Ausstattung und an Unterstützungsmöglichkeiten fehlt.

Nun haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass die Schulen ab dem 4. Mai schrittweise wieder öffnen sollen, bei anstehenden Prüfungen auch schon früher. In der ersten Phase sollen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, der Klassen, die im nächsten Jahr Prüfungen ablegen müssen, und der obersten Grundschulklassen die Schulen wieder besuchen. Bis zum 29. April soll, so die Beschlussvorlage, die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) ein Konzept vorlegen, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen insgesamt wieder aufgenommen werden kann.

Absehbar ist schon jetzt, dass sich die Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden werden: So sollen zum Beispiel im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen diejenigen Schülerinnen und Schüler, die bald die Abiturprüfung oder die Mittlere Reife ablegen müssen, bereits nächste Woche wieder zur Schule gehen können. Ab dem 4. Mai sollen dann die Jugendlichen folgen, die im nächsten Jahr ihre Prüfungen haben, sowie die Kinder in der letzten Grundschulklasse.    

Viele Schülerinnen und Schüler sitzen an einzelnen Tischen und schauen sich die Abiturprüfungen an (picture-alliance/dpa/F. Kästle)

So wenig Platz wird es bei den Abiturprüfungen in diesem Jahr nicht geben

In Bayern dagegen sollen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen vom 27. April an die Schule besuchen, weitere Klassen sollen erst ab dem 11. Mai dazukommen. Allerdings beginnen die Sommerferien in Bayern auch etwa einen Monat später als in Nordrhein-Westfalen.

Einig sind sich die Länder darin, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden müssen. „Das bedeutet natürlich, dass die Klassenzimmer nicht so voll sein können, wie sie vorher waren“, betont die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Stefanie Hubig. Pro Klasse seien dann zum Beispiel zwei Lehrkräfte nötig. Möglich sei aber auch, dass sich „Arbeit zu Hause abwechselt mit Arbeit in der Schule". Für Hubig ist klar: „Der Unterricht, der jetzt bis zu den Sommerferien kommt, wird natürlich ein anderer Unterricht sein als der, den es vor Corona gab.“

Anders als für Schulen gibt es für Kitas bisher keinen Plan einer schrittweisen Wiedereröffnung. Bund und Länder vereinbarten lediglich, dass die Notbetreuung ausgeweitet werden kann, die vor allem für Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen vorgesehen ist.

ip/sts (dpa, Reuters, AFP)

 

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