Der Kampf gegen Kindesmissbrauch | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 28.05.2018
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Nahaufnahme

Der Kampf gegen Kindesmissbrauch

Im Darknet enttarnten Fahnder 2017 die internationale Kinderporno-Plattform "Elysium". Ein Netzwerk von gewaltigen Dimensionen: Im großen Stil tauschten Pädophile hier Bilder und Videos aus. Wie können Kinder in Zukunft besser geschützt werden?

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Ein Netzwerk von gewaltigen Dimensionen: 87.000 pädophile Nutzer waren weltweit bei "Elysium" registriert, riesige Mengen an Bildern und Videos wurden sichergestellt. Selbst der Frankfurter Oberstaatsanwalt Andreas May, der sich seit vielen Jahren mit der Bekämpfung der Kinderpornoszene im Internet beschäftigt, war vom Ausmaß schockiert und glaubt, dass mehr Polizeiarbeit allein nicht ausreicht, um potenzielle Opfer zu schützen: "Pädophile Männer brauchen nicht nur Fahndungsdruck, sie brauchen Hilfe", sagt May und fordert mehr Prävention - was auch bedeutet: mehr Therapieangebote für pädophile Männer. Was tun gegen pädophile Straftäter? Und wie kann man Kinder besser vor Übergriffen schützen? Die Dokumentation "Gefährliche Lust" geht diesen Fragen nach. Der Film begleitet Polizisten in Deutschland und Südostasien bei ihrer schwierigen Ermittlungsarbeit. Der neueste "Trend": Onlinemissbrauch. Auf den Philippinen müssen Kinder vor Webkameras posieren - für eine zahlungskräftige Kundschaft weltweit. Der Film zeigt eine Aktion gegen die Betreiber einer solchen Online-Plattform in Manila bis hin zur Verhaftung der Täter und der Befreiung der Kinder aus der Hand ihrer Peiniger. Die Kunden saßen auch in Deutschland. Oft ist der Konsum solcher Bilder Einstieg in Schlimmeres. In Karlsruhe trifft Filmautor Wolfgang Luck den Richter am Oberlandesgericht Klaus Böhm, der einen Hilfsverein gegründet hat, um pädophilen Straftäter therapeutische Hilfe anzubieten. "Als Richter kann ich die Täter zwar für ein paar Jahre wegsperren, aber damit ist das Problem nicht an der Wurzel bekämpft", sagt Böhm.