Der Fall Aubameyang | Sport | DW | 17.11.2017
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Bundesliga

Der Fall Aubameyang

Borussia Dortmund steht vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart ohnehin mächtig unter Druck. Zu allem Überfluss muss der BVB im Freitagsspiel auch noch auf seinen besten Torjäger verzichten - das aber völlig freiwillig.

Was ist geschehen? 

Am Donnerstagabend gab der BVB bekannt, dass sein Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang nicht im Kader für das Spiel am Freitagabend beim VfB Stuttgart stehen wird. Er sei aus disziplinarischen Gründen gestrichen worden, teilte die Borussia in einer Mitteilung via Twitter mit.

Was sind die Gründe für die Suspendierung?

Nähere Infos gab es dazu vonseiten Borussia Dortmunds nicht. Hintergrund der Aktion soll ein Trip Aubameyangs nach Barcelona gewesen sein. Der Gabuner feierte dort mit seinem ehemaligen Dortmunder Mitspieler Ousmane Dembele, der jetzt beim FC Barcelona unter Vertrag steht, in einem Nobelklub. Das ist wohl aber nicht der alleinige Grund für die Suspendierung. Denn die Reise nach Spanien fand in der Freizeit des Spielers statt. 

Nach "Bild"-Informationen soll der Stürmer zum Abschlusstraining 20 Minuten zu spät gekommen sein. Da Aubameyang schon öfter unpünktlich beim Training aufgetaucht sein soll, zog der Verein jetzt die Konsequenzen. 

Fehlt es Aubameyang an der nötigen Disziplin?

In seiner Zeit in Dortmund ist es nicht die erste Verfehlung Aubameyangs. Anfang November 2016 hatte der damalige BVB-Coach Thomas Tuchel den extravaganten Gabuner wegen einer nicht genehmigten Shopping-Tour nach Mailand kurz vor dem Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon für die Partie suspendiert. Zuletzt bat der Verein Aubameyang Anfang April 2017 zur Kasse, nachdem er sich zum Torjubel beim 1:1 auf Schalke am 1. April eine Comic-Maske seines Privatsponsors übergestülpt hatte.

Bundesliga | 26. Spieltag | FC Schalke 04 vs Borussia Dortmund (Getty Images/Bongarts/L. Baron)

Auftritt des Maskenmanns: Für diesen Torjubel von Aubameyang im April gab es eine Geldstrafe von seinem Verein.

Warum greift Dortmunds Trainer Peter Bosz so hart durch?

Der Trainer steht gehörig unter Druck. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen in der Bundesliga und den blamablen Auftritten in der Champions League steckt Dortmund in einer sportlichen Krise. Der teils starke Abfall der Werte bei Laufleistung, Sprints, Passquote und Ballbesitz lassen auf eine zu geringe Fitness und damit ein zu lasches Training schließen. Allerdings hat der BVB auch einige Personalprobleme zu beklagen. Allein in der Defensive fehlen oder fehlten Erik Durm, Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer und Raphael Guerreiro. Innenverteidiger Marc Bartra musste zuletzt auf der rechten Seite aushelfen und wurde so seiner Stärken in der Spieleröffnung beraubt. Aubaymeyang steckte zuletzt in einer Formkrise. Seit 476 Minuten wartet er schon auf ein Tor. Und die Dortmunder sind extrem abhängig von den Toren ihres Stürmerstars. 

Geht der BVB immer so konsequent mit Verfehlungen seiner Spieler um?

Meistens. Nicht nur Aubameyang wurde für seine Verfehlungen bestraft. Auch als Ousmane Dembele im August seinen Wechsel zum FC Barcelona erzwingen wollte und vom Training fernblieb, griff der Verein hart durch. Der Franzose wurde suspendiert und vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. 

Marco Reus am Steuer (imago/Christoph Reichwein)

Als Marco Reus wegen Fahrens ohne Führerschein aufflog, blieb der BVB ruhig.

Als aber im Dezember 2014 Marco Reus wegen wiederholten Fahrens ohne Führerschein
aufflog und vom Amtsgericht Dortmund zu einer Geldstrafe von 540.000 Euro verdonnert wurde, blieben Sanktionen des Vereins aus. Der BVB stellte sich hinter seinen Nationalspieler und sah von einer Suspendierung ab. 

Was sagt der Gabuner selbst?

Aubameyang reagierte mit Unverständnis auf seine Suspendierung. "Ich verstehe es wirklich nicht. Ich wollte nicht zu spät zum Training kommen", sagte er gegenüber der "Bild"-Zeitung. Der Torjäger räumte aber ein, dass seine Bestrafung im vergangenen Jahr nach dem Shopping-Trip nach Mailand zurecht erfolgt sei: "Da konnte ich die Strafe verstehen, weil ich gegen eine Ansage verstoßen habe."

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