Der Ölpreis steigt wieder | Wirtschaft | DW | 18.05.2020
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Rohstoffe

Der Ölpreis steigt wieder

Vielleicht ist das ja ein Zeichen für baldige Besserung? Die Aktien der großen Öl-Konzerne haben am Montag um rund fünf Prozent zugelegt. Der Ölpreis ist so hoch wie seit über einem Monat nicht mehr.

Der Preis für US-Öl ist zum Wochenbeginn erstmals seit Mitte März wieder über die Marke von 30 US-Dollar gestiegen. Genau waren es 30,55 Dollar. Auch ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich seit Freitag um rund einen US-Dollar und kostete im asiatischen Handel am Montag zwischenzeitlich 33,48 US-Dollar. Ein Barrel sind 159 Liter.

Der gestiegene Ölpreis treibt die Nachfrage nach Aktien von Energiekonzernen. Anteilsscheine von Total, BP und Shell gehörten mit einem Plus von rund fünf Prozent zu den größten Kursgewinnern in Europa.  "Der Ölverbrauch hat neuen Daten zufolge seinen Tiefpunkt Mitte April erreicht, vor allem in den USA", sagte der britische Ölexperte John Kemp unlängst der Zeitung DIE ZEIT. "Seit Ende April stieg er wieder leicht an", so Kemp.

Steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot

Die Preiserholung wurde neben einer steigenden Nachfrage zuletzt von weiteren Förderkürzungen der US-Erdölindustrie gestützt. Gemeinsam mit den von der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) vereinbarten Drosselungen der täglichen Produktion um fast 10 Millionen Barrel am Tag, macht dies einen Preissturz wie im Vormonat laut Marktbeobachtern unwahrscheinlich. Im April war der Preis für US-Öl zum Kontraktwechsel angesichts knapper Lagerkapazitäten und einer geringen Nachfrage in den Minus-Bereich gerutscht. An diesem Dienstag steht erneut ein Kontraktwechsel an.

Besonders stark getroffen von der Entwicklung des Ölpreises war und ist Russland. Öl ist das wichtigste Exportgut des Landes. Anfang Mai stellte das Wirtschaftsministerium in Moskau fest, seit Beginn des Lockdowns im Land sei die russische Wirtschaftsleistung um ein Drittel gesunken. Russland hatte sich in der letzten Zeit beim Öl einen Preiskampf mit Saudi Arabien geleistet. Noch im April hatte der saudische Ölkonzern Saudi Aramco seine Produktion auf die Rekordhöhe von 12,3 Millionen Barrel am Tag gesteigert. Im Juni sollen es nach einem Bericht der FAZ nur noch 7, 5 Millionen Barrel sein. Beide Seiten, so Ölexperte Kemp, hätten bei diesem Preiskampf verloren.  

ar/dk (rtr, dpa)

 

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