Den Kampf gegen die Erderwärmung verstärken | Aktuell Welt | DW | 19.07.2022
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Petersberger Klimadialog

Den Kampf gegen die Erderwärmung verstärken

Außenministerin Annalena Baerbock ruft zum raschen Umstieg auf erneuerbare Energien auf. Ihr ägyptischer Kollege Sameh Schukri mahnt, keine Abstriche bei der Minderung von Treibhausgasen zu machen.

Deutschland Petersberger Klimadialog | Sameh Shoukry und Annalena Baerbock

Baerbock: Die alte fossile Welt ist unaufhaltsam im Untergang begriffen, die neue Welt ist eine der erneuerbaren Energien

 "Wir sind nicht auf dem 1,5-Grad-Pfad", sagte Baerbock mit Blick auf die angestrebte Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad und fügte angesichts der Dürre in Afrika und der Hitzewelle in Europa hinzu: "Wir können die Klimakrise nicht aufschieben." Zugleich sprach sie sich dagegen aus, die Anstrengungen zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes zugunsten von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zurückzufahren.

"Wir dürfen keinen Rückschlag erleiden wegen der gefährlichen geopolitischen Lage", betonte auch der ägyptische Außenminister Sameh Schukri mit Hinweis auf die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine. Ägypten organisiert im November die internationale Klimakonferenz (COP27) im Küstenort Scharm el Scheich und war deshalb Co-Gastgeber des Petersberger Klimadialogs, der im Auswärtigen Amt in Berlin stattfand.

Deutschland Petersberger Klimadialog

Treffen mit dem US-Sondergesandten John Kerry (l.) im Rahmen der Klimagespräche

Ein zentrales Thema der Tagung, die am Sonntag begonnen hatte, war die finanzielle Unterstützung für ärmere Länder bei der Anpassung an den Klimawandel. Schukri sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Baerbock, es sei bei den Petersberg-Gesprächen darum gegangen, "Bereiche der Annäherung und der möglichen Abweichung" bei Klimafragen zu lokalisieren, an denen in den kommenden Monaten weiter gearbeitet werden müsse. Ziel müsse es sein, die internationalen Klimaziele "am Leben zu erhalten" und gleichzeitig "niemanden zurückzulassen". Hierzu sei "eine ausgewogene Herangehensweise" nötig. Ein Scheitern der Klimakonferenz sei für sein Land "keine Option".

Konkrete Ergebnisse fehlen

Konkrete Ergebnisse des Berliner Treffens verkündeten Baerbock und Schukri nicht. Das Treffen sei keine Vorbereitungskonferenz mit neuen Zusagen für den kommenden Klimagipfel gewesen, sondern ein "Baustein, um Vertrauen zu schaffen", für die anstehenden Gespräche, sagte die deutsche Außenministerin.

Auch die chilenische Umweltministerin Maisa Rojas betonte im DW-Interview, wie wichtig der Petersberger Klimadialog für die bevorstehende COP27 in Ägypten gewesen sei: "Wir waren ein wenig besorgt, dass die Dynamik, die wir auf der COP26 in Glasgow gesehen haben, etwas nachgelassen hat."

Nichtregierungsorganisationen zeigten sich allerdings schon vor dem Abschluss der Berliner Tagung enttäuscht. "Wir hatten mehr Initiative erhofft", sagte der Greenpeace-Klimaexperte Bastian Neuwirth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch die Umweltschutzorganisation BUND hatte sich mehr versprochen. Ihr Vorsitzender Olaf Bandt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Der Petersberger Klimadialog bleibt hinter den Erwartungen zurück, jetzt schon Meilensteine für die Klimaverhandlungen im November zu setzen."

uh/rb (dpa, afp, rtr)

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