Demonstranten legen Flughafen in Hongkong weitgehend lahm | Aktuell Asien | DW | 12.08.2019
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Krise in Hongkong

Demonstranten legen Flughafen in Hongkong weitgehend lahm

Die Protestbewegung in Hongkong gibt nicht auf. An diesem Montag wurde der Flughafen ins Visier genommen. Die Flughafenbehörde stellte daraufhin sämtliche Abflüge ein - wegen "ernsthafter Störung" des Betriebs.

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Proteste legen Flughafen von Hongkong lahm

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Airport sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen.

Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Nach Angaben der Polizei sollen es mindenstens 5000 Personen gewesen sein. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt. 

Hongkong Protest gegen China | Flughafen - Demonstration & Lahmlegung Flugverkehr (Reuters/T. Siu)

Das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten wird immer wieder angeprangert

Die überwiegend schwarz gekleideten Aktivisten skandierten Parolen und zeigten Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Menschen am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht groß verzögert wurde. Es waren Sitzblockaden abgehalten worden, bei denen die Demonstranten den Fluggästen die Beweggründe für die Proteste erläutertet hatten.

Auch Flüge aus Deutschland und der Schweiz nach Hongkong sind betroffen. Die Lufthansa hat wegen der anhaltenden Proteste am Flughafen mehrere Flüge in die Millionenmetropole gestrichen. Betroffen sind Lufthansa-Verbindungen von München und Frankfurt sowie der Tochtergesellschaft Swiss nach Zürich, wie ein Konzernsprecher mitteilte. Die Entscheidung gelte zunächst nur für diesen Montag, die Lage müsse in den Folgetagen jeweils neu bewertet werden.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific drohte Unterstützern der Proteste auf Druck Chinas derweil mit Entlassung. Beschäftigten, die "illegale Demonstrationen unterstützen oder daran teilnehmen", könne gekündigt werden, erklärte Cathay Pacific.

Gesetzentwurf Stein des Anstoßes

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China.

Hongkong Protest gegen China & Auslieferungsgesetz | Tränengas (Reuters/I. Kato)

Am Wochenende wurden die Demonstranten wieder mit Tränengas zurückgedrängt

China verurteilt Ausschreitungen bei Protesten in Hongkong als "Terrorismus"

Die Demonstrationen entwickeln sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen. Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden.

Die chinesische Regierung hat die Proteste derweil mit "Terrorismus" in Verbindung gebracht. "Radikale Demonstranten" hätten wiederholt Polizisten mit "äußerst gefährlichen Gegenständen" angegriffen, sagte Yang Guang, Sprecher des für die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau zuständigen Büros des Staatsrats. Dies sei "ein schweres Gewaltverbrechen" und zeige "erste Anzeichen von Terrorismus". Die "Kriminellen" müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte er weiter.

as/uh (dpa, afp)

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