Demonstranten attackieren Musikfestival in Chile | Aktuell Amerika | DW | 24.02.2020
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Südamerika

Demonstranten attackieren Musikfestival in Chile

Die Proteste gegen die Politik der Regierung Piñera reißen nicht ab. Nun wurde das größte lateinamerikanische Musikfestival im chilenischen Viña del Mar zum Ziel der Demonstranten. Ein Großeinsatz für die Polizei.

Tausende Regierungskritiker, die mit Steinen, Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnet waren, lieferten sich nahe des Festivalortes Straßenschlachten mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte trieben die Menge mit Wasserwerfern und Tränengas zurück.

Chile: Ausschreitungen während Vina del Mar Music Festivals (Getty Images/AFP/M. Bernetti)

Straßenkampf in Chile

Nachdem es ihnen nicht gelungen war, zum Ort der Musikveranstaltung vorzudringen, attackierten einige Demonstranten Geschäfte in der Umgebung. Auch das Luxushotel "O'Higgins" im Badeort Viña del Mar, indem ein Teil der Festival-Jury untergebracht ist, wurde angegriffen. Die großen Panoramascheiben des Hotels ging zu Bruch, Tränengas strömte durch die Lobby. Mehrere Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt.

Chile: Ausschreitungen während Vina del Mar Music Festivals (Getty Images/AFP/M. Bernetti)

Brennende Autos am Rande des Musikfestivals

Solidarität von Ricky Martin

Das sechstägige Song-Festival "Internacional de la Canción de Viña del Mar" sollte dennoch weitgehend wie geplant stattfinden. Allerdings wurde der glamouröse Lauf der Stars über den Roten Teppich abgesagt. Der puertoricanische Sänger Ricky Martin, der bei dem Festival auftreten sollte, bekundete seine Solidarität mit den regierungskritischen Demonstrationen in Chile und anderen lateinamerikanischen Ländern. Die Bevölkerung müsse gegenüber der Politik deutlich machen, "was wir brauchen". Allerdings müsse dies "in geordneter Weise" geschehen, merkte Martin auch an.

Chile Plaza Italia in Santiago | Proteste (picture-alliance/AP Photo/R. Abd)

Santiago ist auf der Straße: Prosteste im Oktober in der Hauptstadt

Die Massenproteste in Chile hatten im Oktober vergangenen Jahres begonnen. Etwa 30 Menschen wurden seitdem nach Behördenangaben getötet, Tausende weitere verletzt. Die Proteste wurden anfänglich durch eine Erhöhung der Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr ausgelöst. Die Demonstranten kritisieren aber auch niedrige Löhne, hohe Kosten für Bildung und Gesundheit sowie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land. Präsident Sebastián Piñera kündigte für April ein Verfassungsreferendum an.

cgn/qu (afp)

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