Datenkrise bei Facebook dauert laut Zuckerberg noch Jahre | Aktuell Welt | DW | 02.04.2018
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Internet

Datenkrise bei Facebook dauert laut Zuckerberg noch Jahre

Im Datenskandal um Facebook hat Unternehmenschef Mark Zuckerberg eingeräumt, dass die Lösung der Probleme beim Schutz der Nutzerdaten Jahre dauern wird. Man werde sich aber aus "diesem Loch herausgraben".

Symbolbild Facebook und Indien (picture-alliance/NurPhoto/N. Kachroo)

Manch einer fragt sich, wie er seinen Facebook-Account für immer löschen kann

Er wünschte, er könnte alle diese Probleme in drei oder sechs Monaten lösen, doch sei eine "längere Zeitspanne" notwendig, sagte Mark Zuckerberg in einem Interview des US-Nachrichtenportals "Vox". Facebook werde sich aus "diesem Loch herausgraben", da gibt sich Zuckerberg optimistisch. Doch das werde noch einige Jahre dauern.

Idealismus - für Facebook Geschäftsmodell und Problem zugleich

Die Probleme von Facebook seien unter anderem dadurch entstanden, dass sein Unternehmen zu idealistisch gewesen sei und sich zu sehr auf die positiven Aspekte der Vernetzung von Menschen konzentriert habe, sagte Zuckerberg "Vox". Facebook habe sich dabei nicht genügend "um einige der negativen Gebrauchsweisen" der von dem Netzwerk zur Verfügung gestellten Instrumente gekümmert, gestand Zuckerberg ein.

Mark Zuckerberg Facebook (Reuters/S. Lam)

Mark Zuckerberg übt sich in Optimusmus

Als Reaktion auf den Skandal um Nutzerdaten hatte Facebook bereits in den vergangenen Tagen eine Reihe von Änderungen in dem Online-Netzwerk angekündigt. Durch eine Neugestaltung der Facebook-Seiten sollen die Nutzer nach Angaben des Unternehmens leichteren Zugang zu Einstellungen und Funktionen erhalten, mit denen sie die Sicherheit ihrer Profile erhöhen können. Zudem schränkte Facebook den Zugang von App-Entwicklern zu Nutzerdaten weiter ein.

Absturz eines Überfliegers

Der US-Internetkonzern steht durch den Skandal um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter massivem Druck. Die Analysefirma, die unter anderem für das Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump arbeitete, wird beschuldigt, sich auf unerlaubte Weise Informationen von Millionen von Facebook-Nutzern beschafft zu haben, die eine Umfrage-App gesammelt hatte. Facebook erfuhr 2015 davon, gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien. Die betroffenen Nutzer wurden damals nicht informiert. Das soll jetzt nachgeholt werden, betonte Facebook. Behörden in den USA wie auch in Großbritannien haben Ermittlungen eingeleitet.

Ob Zuckerbergs Eingeständnisse und seine Versprechen Facebook helfen werden, den Vertrauensverlust wieder wett zu machen, muss sich erst noch zeigen. Die öffentliche Wahrnehmung des weltweit größten Online-Netzwerks war wahrscheinlich noch nie so negativ wie derzeit.

qu/uh (afp, APE)

 

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