Das Spitzentrio zieht davon | Fußball | DW | 28.09.2013
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Fußball

Das Spitzentrio zieht davon

Dortmund deklassiert überforderte Freiburger, Bayern gewinnt gegen Wolfsburg und schont sich für´s Oktoberfest, Leverkusen lässt Hannover keine Chance. Bert van Marwijk holt mit seinem HSV einen Punkt zum Einstand.

Es war das Duell der wohl impulsivsten Trainer der Bundesliga, aber diesmal blieben beide ganz ruhig. Jürgen Klopp, weil seine Dortmunder mit 5:0 (2:0) gewannen, Christian Streich, weil seine Freiburger so abgemeldet waren, dass es einfach nichts zu diskutieren gab. Im Gegenteil: Streich konnte sogar noch froh sein, dass sein Team nicht schon zur Halbzeit ein Dutzend Gegentore kassiert hatte. Nationalspieler Marco Reus war zunächst in der 35. Minute aus dem Spiel heraus erfolgreich, mit dem Pausenpfiff verwandelte er dann einen Strafstoß zum 2:0. Spätestens da waren die Freiburger geschlagen, sah doch Fallou Diagne für seine ungeschickte Notbremse auch noch die Rote Karte.

In der zweiten Halbzeit machten dann zweimal Robert Lewandowski (58./70.) und Jakub Blaszczykowski (79.) alles klar. "Ein 5:0 ist ein tolles Ergebnis", kommentierte Dortmunds Trainer Klopp die Partie, "ein toller Nachmittag für alle, bei bestem Wetter. Alles gut." Die Dortmunder bauten mit jetzt 19 Punkten aus sieben Spielen nicht nur ihren Vereins-Startrekord aus, sondern auch ihre Tabellenführung. Sie sind nun bei Punktgleichheit vier Tore besser als der FC Bayern.

Wolfsburg wartet weiter

Der schien sich vor dem Oktoberfest-Besuch der Mannschaft ein wenig zu schonen, tat nicht mehr als nötig gegen biedere Wolfsburger. Am Ende stand ein 1:0 (0:0) für die Münchener, herausgeschossen durch Thomas Müller (63.), der schon im Pokal am Mittwoch (25.09.2013) beim 4:1 gegen Hannover zwei Treffer erzielt hatte. Schön anzusehen war es nicht, was die Münchener boten, der Gegner aber machte keine Anstalten, die Defensive aufzugeben, auch nicht nach dem Rückstand. Thomas Müller lobte trotzdem das hohe Tempo des Gegners: "Man hat gesehen, Wolfsburg hat sich gut verstärkt - da ist es einfach auch schwer". Der VfL Wolfsburg wartet nach dem 20. Pflichtspielauftritt in München weiter auf den ersten Sieg. 19 Niederlagen und ein Unentschieden lautet die niederschmetternde Bilanz.

Thomas Mueller (r) von München jubelt über sein Tor zum 1:0 zusammen mit Mannschaftskamerad Mario Mandzukic (l) (Bild: dpa)

Müller trifft immer. Als Urbayer besonders gern zur Wies´s-Zeit. Damit die Maß auch schmeckt!

Unspektakulär und routiniert war der Sieg von Bayer Leverkusen über Hannover 96. Bayer-Kapitän Simon Rolfes (23.) und Neu-Nationalspieler Sidney Sam (37.) trafen zum 2:0. "Wir haben ein paar Chancen liegen gelassen, aber trotzdem war es okay", sagte Sam nach der Begegnung. Bayer bleibt damit Dortmund und Bayern auf den Fersen, hat weiter nur einen Punkt Rückstand. Und am kommenden Samstag (05.10.2013) kommt es dann in Leverkusen zum Duell mit den Münchenern.

Schalker Angstgegner

David Abraham trifft gegen Timo Hildebrand (Bild: Getty Images)

Schalkes Torwart Hildebrand kann dem Ball beim Abraham-Freistoß nur hinterherschauen

Schalke 04 führte in Hoffenheim zur Halbzeit schon mit 3:1, Kevin-Prince Boateng (3.), Joel Matip (13.) und Marco Höger (40.) hatten die Gäste jubeln lassen, Anthony Modeste (16.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, aber dann muss irgend etwas in den Köpfen der Gelsenkirchener Profis passiert sein. Vielleicht hat ihnen auf dem Weg in die Kabine jemand zugerufen, dass sie in Hoffenheim einfach nicht gewinnen können. Und so schoss zunächst Roberto Firmino per Foulelfmeter (48.) den Anschlusstreffer, und dann verwandelte David Abraham in der 61. Minute einen Freistoß zum 3:3-Endstand. Damit warten die Schalker auch nach dem sechsten Gastspiel in Hoffenheim auf ihren ersten Sieg.

Mainz in der Krise

Einer der Gewinner des Spieltags ist Hertha BSC. Die Berliner schafften es, im heimischen Olympiastadion die Partie gegen den FSV Mainz 05 nach einem 0:1-Rückstand zur Pause noch zu einem 3:1-Erfolg zu drehen. Nicolai Müller hatte in der siebten Spielminute zunächst die Mainzer in Führung gebracht uns sich mit seinem sechsten Saisontreffer an die Spitze der Torjägerliste gesetzt. Danach aber ließen die Gäste nach, die Berliner kamen in Schwung. Vor allem hatte Trainer Jos Luhukay ein glückliches Händchen bei der Einwechslung von Sami Allagui. Zur Pause gekommen, erzielte er einen Doppelpack (48. und 73.), Änis Ben-Hatira erhöhte in der 74. Minute auf 3:1. Berlin verbessert sich auf Tabellenplatz fünf, Mainz verliert das vierte Spiel in Serie.

Neues Glück mit Bert

Der Hamburger Trainer Bert van Marwijk blickt nachdencklich drein (Bild: dpa)

Schlecht gespielt und doch gepunktet. Kehrt mit Bert van Marwijk der Erfolg zurück zum HSV?

Er habe einige Angebote abgelehnt, bevor er sich für den HSV entschieden habe, hatte Bert van Marwijk nach seiner Verpflichtung durch die Hamburger gesagt. Nach der Partie seines neuen Arbeitgebers bei Eintracht Frankfurt muss die Frage erlaubt sein: Was waren das für Alternativen? Sportlich können sie kaum unattraktiver gewesen sein! In Frankfurt spielte beim 2:2 (1:1) eigentlich nur ein Team, und das waren die Gastgeber. Die Führung durch Johannes Flum in der 31. Minute war längst überfällig, der Ausgleich für die Hamburger durch Pierre-Michel Lasogga (45.+3) nach einer Ecke ein Zufallsprodukt. Die zweite Hälfte verlief ähnlich: Frankfurts 2:1 durch Marco Russ (54.) konterte Ex-Nationalspieler Marcell Jansen in der 87. Minute zum 2:2-Endstand. "Wir haben viele kreative Spieler, vor allem im Mittelfeld. Wenn sie das Vertrauen spüren, werden wir noch viel erreichen", sagte van Marwijk und sprach sogar von einem verdienten Unentschieden. Dennoch - es gibt noch viel zu tun für den neuen Trainer.

Am Freitag hatten sich der FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach 2:2 (1:1) getrennt. Am Sonntag hat Werder Bremen den 1. FC Nürnberg zu Gast, Schlusslicht Eintracht Braunschweig empfängt den VfB Stuttgart.

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