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TerrorismusSyrien

Das gefährliche Erbe des IS - Besuch in Nordsyrien

16. November 2023

Droht der Welt ein Wiedererstarken des sogenannten Islamischen Staates (IS)? Im Norden Syriens sind viele ehemalige IS-Kämpfer in schwer zu sichernden Gefängnissen inhaftiert. Unter ihren Kindern wächst die nächste Generation Dschihadisten heran.

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Durch das schwere Erdbeben im Februar 2023 ist auch der Norden Syriens wieder in den Blick der internationalen Öffentlichkeit gerückt, eine Region, die lange eher unbeachtet geblieben ist. Dabei könnte von hier aus die Terrororganisation des sogenannten Islamischen Staates (IS), die hier ihre Hochburg hatte und militärisch besiegt worden ist, wiedererstarken. Mit Auswirkungen, die auch international Folgen hätte. Filmemacher Kawa Akrawi hat 2022 das überwiegend von Kurden bewohnte, autonom demokratisch regierte Gebiet im Nordosten Syriens besucht und die schwierigen Realitäten dort aus nächster Nähe erlebt. Hier in "Rojava", wie die Region von den Kurden genannt wird, hat die Kurdenmiliz YPG mit Unterstützung der US-Streitkräfte bis 2019 gegen den sogenannten IS gekämpft; Tausende von Kämpferinnen und Kämpfern sind dabei getötet oder verwundet worden. Seit dem Sieg über das IS-Kalifat befindet sich in der Region das größte Gefängnis für IS-Kämpfer. Ebenso die größten Lager, in denen ihre Frauen und Kinder leben, viele davon aus westlichen Staaten, die von ihren Heimatländern nicht zurückgenommen werden. In den Camps und Gefängnissen, so befürchtet man hier, wächst mittlerweile die nächste Generation der Dschihadisten heran. "Wir haben den IS territorial besiegt, aber seine Ideologie und Organisation sind nicht verschwunden. Sie sind immer noch aktiv”, sagt Newroz Ehmed vom Generalkommando des Militärbündnisses SDF. Ihre Sicherheitskräfte können die Camps und Gefängnisse zwar von außen bewachen, aber nicht im Innern kontrollieren. Eine explosive Gemengelage. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass der türkische Präsident Erdogan die Kurden in Nordost-Syrien seit Jahren bekämpft. Er bezeichnet ihre Miliz YPG als terroristische Organisation und lässt immer wieder Drohnenangriffe auf die Region "Rojava", fliegen; Zehntausende von Kurden haben ihre Heimat verloren und leben nun in Flüchtlingslagern. Wie können die kurdischen Verantwortlichen in Nordost-Syrien unter diesen Bedingungen sich selbst, die Nachbarländer und den Westen vor einer Wiederkehr des IS schützen? Welche Perspektive gibt es für den Umgang mit islamistischen Kämpfern und ihren Kindern, die in Lagern zu fanatischen und rücksichtslosen Kämpfern erzogen werden?

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