Daimler und BMW kündigen Kooperation für selbstfahrende Autos an | Wirtschaft | DW | 28.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Autonomes Fahren

Daimler und BMW kündigen Kooperation für selbstfahrende Autos an

Die konkurrierenden deutschen Autobauer Daimler und BMW tun sich bei der Entwicklung computergesteuerter Autos zusammen. Schon in sieben Jahren sollen die Fahrzeuge vollautomatisch über die Autobahn fahren können.

Spätestens 2025 soll es soweit sein - selbstfahrende Autos von Daimler und BMW sollen sich ohne menschliches Zutun auf der Autobahn und beim Einparken zurechtfinden. Dafür kündigten die beiden Konzerne nun eine umfassende Zusammenarbeit an. "Wir setzen unsere Strategie konsequent fort und bringen dazu die Kompetenz von zwei Technologieführern zusammen", sagte Klaus Fröhlich, BMW-Vorstand für Entwicklung. Nur eine Woche nach der Fusion ihrer Carsharing-Dienste setzen die Unternehmen nun erneut auf Zusammenarbeit. "Statt individueller Insellösungen geht es uns um ein zuverlässiges Gesamtsystem, das unseren Kunden einen spürbaren Nutzen bringt", erklärt auch Daimler-Vorstandsmitglied Ola Källenius.

Vollautomatisch, aber mit Lenkrad und Pedale

Beide Unternehmen streben in ihrer gemeinsamen Absichtserklärung eine langfristige Zusammenarbeit an, die aber nicht exklusiv sei. Auch die bestehenden Kooperationen von BMW und Intel sowie Daimler und Bosch würden dadurch nicht beeinträchtigt. BMW teste autonomes Fahren weltweit mit 70 Fahrzeugen, unter anderem auch in München. Daimler will dieses Jahr zusammen mit Bosch im Silicon Valley in den USA selbstfahrende Fahrzeuge ohne Lenkrad und Gaspedal testen.

Ganz so weit gehen die Pläne von Daimler und BMW hierzulande aber noch nicht. Auf den deutschen Straßen sind bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts vorerst nur Fahrzeuge geplant, die noch über Lenkrad und Pedale verfügen, also abseits von Autobahnen und Parklücken weiterhin vom Fahrer gesteuert werden.

BMW Daimler iNext autonomes Fahren (picture-alliance/dpa/J. Cros)

BMW präsentierte auf dem Mobile World Congress in Barcelona seinen selbstfahrenden Prototypen iNext

Angepeilt ist der sogenannte SAE-Level vier. Diese Einteilung der Autonomiestufen für Fahrzeuge beschreibt, wie unabhängig das Auto agieren kann. Auf Stufe vier von fünf übernimmt das Fahrzeug zwar die komplette Steuerung und die Überwachung der Umgebung ohne dass der Fahrer eingreifen muss, aber nur für bestimmte Fahrsituationen - wie etwa auf der Autobahn oder beim Einparken. Auf Stufe fünf würde das System dann für alle Situationen, also auch den Stadtverkehr eingesetzt.

Derzeit investieren alle Autokonzerne Milliarden in die Entwicklung von Autos, die in einigen Jahren computergesteuert und ganz ohne Fahrer fahren können. Führend ist auf diesem Gebiet die Google-Tochter Waymo. Um Kosten zu sparen, tun sich die beiden konkurrierenden Autobauer aus Stuttgart und München nun zusammen. Zumal ohnehin bald gemeinsame Sicherheitsstandards und technische Vorgaben vom Gesetzgeber zu erwarten sind.

chal/pg (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt