Dänemark: Zwei Nahverkehrszüge frontal zusammengestoßen
23. April 2026
Zwischen den Orten Hillerød und Kagerup im Norden von Dänemarks Insel Seeland sind zwei Regionalzüge in voller Fahrt aufeinandergeprallt. Der Einsatzleiter der Rettungsdienste sagte dem Fernsehsender TV2, die Züge seien etwa 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kopenhagen offenkundig mit relativ hoher Geschwindigkeit kollidiert. Nach Angaben eines Polizeisprechers ging der Notruf um 06.30 Uhr (MESZ) ein.
Die Führerstände der beiden Triebwagen verformten sich durch den Aufprall. Die Fensterscheiben der vorderen Zugteile zerbrachen.
Fünf Schwerverletzte
18 Menschen wurden bei dem Unglück nach offiziellen Angaben verletzt. Fünf von ihnen sind laut Rettungsdienst sehr schwer verletzt. Sie seien in einem kritischen Zustand. Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde zum Unfallort geschickt. Auch ein Militärhubschrauber sei eingesetzt worden, hieß es.
Die übrigen 19 Passagiere und Bahnmitarbeiter an Bord wurden aus den Waggons der beiden Züge geholt und in eine Notunterkunft gebracht. Die Gemeinde Hillerød richtete ein Krisenzentrum für Betroffene und Angehörige ein.
Unglücksursache noch unbekannt
Morten Pedersen, Kommissar der Polizei Nordseeland, sagte bei einer Pressekonferenz, zum Hergang des Frontalzusammenstoßes könne man noch nichts sagen. "Wir müssen vollständig klären, was hier passiert ist."
Die an den Unglücksort angrenzende Straße werde für längere Zeit gesperrt sein, hieß es in einer Polizeimitteilung.
Die Bürgermeisterin der nahe gelegenen Gemeinde Gribskov, Trine Egetved, erklärte: "Ich bin zutiefst erschüttert und schockiert, meine Gedanken sind bei allen Betroffenen." Nun werde ermittelt, "was genau passiert ist, und sichergestellt, dass jeder die Hilfe erhält, die er benötigt".
Bahnunglücke ereignen sich in Dänemark relativ selten. 2019 waren jedoch bei einem Unfall mit einem Passagierzug acht Menschen ums Leben gekommen.
se/pgr (dpa, afp, rtr, jyllands-posten.dk)