Dänischer U-Boot-Bauer wegen Mordes angeklagt | Aktuell Europa | DW | 16.01.2018
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Kriminalität

Dänischer U-Boot-Bauer wegen Mordes angeklagt

Die dänische Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall gefordert. Der tatverdächtige dänische Erfinder Peter Madsen soll die Frau auf seinem U-Boot umgebracht haben.

Wie die Staatsanwaltschaft in Kopenhagen mitteilte, muss sich der Erfinder wegen Mordes, Leichenschändung und "besonders gefährlicher" sexueller Übergriffe vor Gericht verantworten. Madsen wird vorgeworfen, Wall an Bord seines selbstgebauten U-Boots "Nautilus" umgebracht und die Leiche sexuell missbraucht zu haben. "Es ist die Rede von einem sehr ungewöhnlichen und extrem ernsten Fall", erklärte Anklagevertreter Jakob Buch-Jepsen. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll er lebenslang in Haft. 

Wall hatte Madsen im August vergangenen Jahres auf dessen U-Boot "UC3 Nautilus" besucht, um ein Interview mit ihm zu führen. Am 10. August verschwand sie spurlos, elf Tage später wurde vor der Küste von Kopenhagen ihr Torso entdeckt. Anfang Oktober entdeckten Taucher dann außer Walls Beinen und Kleidung auch ihren Kopf, der keinerlei Verletzungen aufwies. Madsen hat gestanden, Walls Leiche zerstückelt und ins Meer geworfen zu haben.

Schweden Journalistin Kim Wal (picture-alliance/dpa/AP/Tom Wall)

Die schwedische Journalistin Kim Wall schrieb unter anderem für den "Guardian"

Er bestreitet aber den Mordvorwurf und erklärt, Wall habe sich auf dem U-Boot tödlich verletzt. Laut Anklageschrift plante der 47 Jahre alte Erfinder den Mord jedoch im Voraus und bereitete ihn vor. Wie Madsen genau vorgegangen sei, sei noch nicht bekannt. Möglicherweise habe er Wall erdrosselt oder ihr die Kehle durchgeschnitten

Videos von Hinrichtungen auf Festplatte

Madsen war von Rechtsmedizinern psychologisch untersucht worden. Sie halten ihn der Anklage zufolge für so gefährlich, dass Sicherungsverwahrung angebracht sein könnte, um weitere Verbrechen auszuschließen. Auf einer seiner Festplatten fand die Polizei unter anderem Videos von Hinrichtungen, in denen Frauen gefoltert, geköpft und verbrannt wurden.  Madsens Anwältin Betina Hald Engmark wollte die Anklageschrift zunächst nicht kommentieren. Sie werde sie später mit ihrem Klienten durchgehen, sagte sie der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. Der Prozess gegen Madsen soll am 8. März beginnen. Es sind acht Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 25. April erwartet.

sth/HF (afp, dpa)

 

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