Dänemark beschließt ″Burka Bann″ | Aktuell Europa | DW | 31.05.2018
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Religion

Dänemark beschließt "Burka Bann"

Mit verhülltem Gesicht in der Öffentlichkeit unterwegs? Das ist künftig auch in Dänemark verboten, wie das Parlament in Kopenhagen nun beschloss. Doch nicht nur Trägerinnen von Burka oder Nikab können bestraft werden.

Frauen mit Nikab in Kopenhagen (picture-alliance/dpa/Scanpix)

Frauen mit Nikab verlassen das dänische Parlament

In Dänemark ist es von August an nicht mehr gestattet, sein Gesicht in der Öffentlichkeit zu verhüllen. Das vom Parlament mit 75 Ja-Stimmen bei 30 Gegenstimmen beschlossene Verbot richtet sich vor allem gegen die islamische Voll- oder Gesichtsverschleierung - also gegen Burkas und Nikabs. 

Der "Burka Bann" bezieht aber auch Hüte, Mützen, Schals, Masken, Helme und künstliche Bärte ein, die das Gesicht stark verdecken. Weiter erlaubt ist es allerdings, sich an kalten Tagen den Schal weit ins Gesicht zu ziehen oder zu Karneval Masken zu tragen.

Hohe Strafen

Beim ersten Verstoß gegen das Verhüllungsverbot droht eine Strafe vom umgerechnet etwa 135 Euro (1000 Dänische Kronen). Wird man zum vierten Mal erwischt, kostet es dann bereits 10.000 Kronen. Niemand werde allerdings gezwungen, die Burka auf der Straße abzunehmen, sondern lediglich nach Zahlung der Strafe aufgefordert, nach Hause zu gehen, hatte Justizminister Søren Pape Poulsen zuvor erklärt.

Dänemark ist nicht das einzige europäische Land mit einem Verhüllungsverbot. Auch in Frankreich, Belgien, Österreich und Bulgarien ist es untersagt, das Gesicht in der Öffentlichkeit zu bedecken.

Andrea Lindholz (Imago/Photothek/X. Heinl)

Sieht Dänemark als Vorbild für die Bundesrepublik: MdB Andrea Lindholz (CSU)

"Wehrhafter Rechtsstaat"

In Deutschland will die oppositionelle AfD muslimischen Frauen das Tragen von Burka und Nikab im öffentlichen Raum verbieten, auch Teile der CSU von Bundesinnenminister Horst Seehofer sprechen sich dafür aus. "Das Verbot in Dänemark begrüße ich ausdrücklich, da auch das Ausdruck eines wehrhaften Rechtsstaats ist", sagte die Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Andrea Lindholz.

wa/uh (dpa, afp, rtr, kna)

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