Cricket-Skandal: Coach Lehmann wirft hin | Mehr Sport | DW | 29.03.2018
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Cricket

Cricket-Skandal: Coach Lehmann wirft hin

Der Manipulationsskandal im australischen Cricketsport zieht weitere Konsequenzen nach sich. Nationalcoach Derren Lehmann tritt zurück. Der Cricketweltverband ICC prüft weitere Schritte.

Nationalcoach Derren Lehmann gab am Nachmittag auf einer Pressekonferenz überraschenderweise seinen Rücktritt zumEnde der Länderspielserie zwischen Südafrika und Australien bekannt. Obwohl Lehmann nicht an dem Betrugsversuch beteiligt war, sieht er in seinem Rücktritt die notwendige Konsequenz zur Rettung des australischen Cricketsports: "Ich habe mit Steve gefühlt, als ich ihn vor den Medienvertretern sah. Mich von den Spielern zu verabschieden, war das härteste, das ich je gemacht habe. Aber nachdem ich die Medienauftritte heute gesehen habe, denke ich, dass sich Australiens Cricket vorwärts bewegen muss und dies der richtige Schritt ist", sagte der Coach am Donnerstag. Lehmann ist seit 2013 Trainer der australischen Cricket-Nationalmannschaft. Beim Länderspiel am Freitag (30.03.2018) wird er seine Mannschaft zum letzten Mal betreuen. 

Die australische Cricket-Nationalmannschaft wurde bei einem Länderspiel gegen Südafrika am vergangenen Samstag von mehreren Fernsehkameras dabei erwischt, wie sie den Spielball illegal präparierte. Federführend bei diesem Betrugsversuch waren Kapitän Steve Smith und Vizekapitän David Warren, die ihren Mitspieler Cameron Bancroft dazu anstifteten, die Oberfläche des Spielballs mit einem gelben Klebeband zu bearbeiten und damit die Flugeigenschaft zugunsten des Werfers zu verändern.Alle drei erhielten bereits mehrmonatige Sperren. Der Vorfall wurde in Australien, wo Cricket ähnlich beliebt ist wie Fußball in Deutschland, fast zur Staatsaffäre, in die sich sogar Premierminister Malcolm Turnbull einschaltete. 

"Ich bin am Boden zerstört"

Am Donnerstag-Vormittag wurde bereits bekannt, dass die ersten Sponsoren Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen haben. Mit dem Finanzdienstleister Magellam beendete einer der größten Partner des australischen Cricket-Verbands die Zusammenarbeit. Außerdem verkündete der bekannte Sportartikelhersteller "Asics" das Ende seiner Partnerschaft mit den in den Betrugsfall verwickelten Spielern Warner und Bancroft. Kapitän Smith hatte im Anschluss an den Skandal um Entschuldigung gebeten und auf einer extra eingerichteten Pressekonferenz unter Tränen um Entschuldigung gebeten: "Ich übernehme die volle Verantwortung. Ich habe einen schweren Fehler begangen und kann die Konsequenzen verstehen. Es tut mir Leid. Ich bin am Boden zerstört."

Steve Smith (picture-alliance/AP Photo/B. Espoito)

Manipulationsskandal: Kapitän Steve Smith bittet auf der Pressekonferenz unter Tränen um Entschuldigung

Auch sein Teamkollege Warner bat via sozialer Medien um Verzeihung: "Es wurden Fehler gemacht, die den Cricket-Sport beschädigt haben. Ich entschuldige mich für meinen Teil daran und übernehme die Verantwortung." Cameron Bancroft, der dritte Drahtzieher des Manipulationsversuchs hatte bereits am Dienstag erklärt, dass er die Tat für den Rest seines Lebens bereuen werde. 

Neue Regeln sollen Manipulation verhindern

Der Cricketweltverband ICC prüft derweil, ob es sinnvoll wäre, strengere Strafen einzuführen, um damit zukünftige Betrugsversuche zu verhindern. "Jedes Team will gewinnen, aber Spieler dürfen dabei keine zweifelhaften Methoden anwenden. Dies widerspricht dem Geist unseres Spiels", sagte ICC-Präsident Shashank Manohar gegenüber der Times of India. Laut Manohar soll eine Gruppe ehemaliger Cricket-Spieler neue Strafen und Maßnahmen entwickeln, um den Sport künftig vor Manipulation zu schützen: "Die Strafe muss derart beschaffen sein, dass sie alle Spieler davon abhält, sich künftig an Missetaten zu beteiligen." 

mvd/dv (sid und dpa)

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