Computerpanne führt zu Flugverspätungen | Wirtschaft | DW | 03.04.2018
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Wirtschaft

Computerpanne führt zu Flugverspätungen

Eine Problem bei der europäischen Flugsicherung führt zu massiven Störungen im Flugverkehr. Die Sicherheit sei nicht beeinträchtigt. Dennoch könnten im Verlauf des Dienstags rund 15.000 Flüge in Europa betroffen sein.

Der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Flugsicherung Eurocontol hat zu weitreichenden Störungen im europäischen Luftverkehr geführt. Wie die Organisation in Brüssel mitteilte, war ein System zum Datenaustausch und zur Koordinierung von Flugplänen betroffen. "Schätzungsweise die Hälfte" der geplanten 29.500 Flüge in Europa könnten durch den "Systemausfall" verspätet sein.

Wegen des Ausfalls würden "Notfallverfahren" genutzt, erklärte Eurocontrol in einer ersten Mitteilung. Dadurch reduziere sich "die Kapazität des europäischen Netzwerks um schätzungsweise zehn Prozent". Weiter hieß es: "Die Flugsicherung direkt ist nicht betroffen und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit". Eine Sprecherin von Eurocontrol bestätigte, dass es einen solchen Vorfall noch nie gegeben habe.

Bis zum Abend wohl wieder Normalität

Das Problem sei aber erkannt, der Flugverkehr solle bis zum späten Abend wieder normal laufen, teilte Eurocontrol mit. Die Auswirkungen auf den deutschen Flugverkehr waren zunächst unklar. Vor Mittwoch könne man keine Angaben machen, so die Sprecherin. Das ausgefallene System bezeichnete sie jedoch als "sehr wichtig". "Wenn das wegfällt, arbeitet man mit Erfahrungswerten." Dann laufe jedoch alles etwas langsamer.

Am größten deutschen Verkehrsflughafen in Frankfurt gab es bis zum Nachmittag nach Angaben eines Sprechers keine großen Störungen. Auch Hamburg, Stuttgart und München meldeten zunächst keine Auswirkungen. Der Brüsseler Flughafen teilte am Nachmittag im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass derzeit nur noch zehn Abflüge pro Stunde möglich seien. Die Flughäfen in Amsterdam-Schiphol und Helsinki warnten Reisende, es könne zu Verzögerungen kommen.

Je nach Dauer der Störung schlossen aber weder Flugsicherung noch Fraport eine Verschärfung der Lage durch eine Art Dominoeffekt nicht aus. Es könne "ein Teufelskreis" in Europa entstehen, sagte die DFS-Sprecherin. "Wenn keiner abfliegt, kann auch keiner landen." Der Fraport-Sprecher empfahl den Fluggästen, sich im Internet über den Status ihrer Flüge zu informieren. Eurocontrol ist eine zwischenstaatliche Organisation. Ihr gehören nicht nur die 28 EU-Staaten an, sondern auch Länder wie die Ukraine, die Türkei oder Georgien. Die Organisation beschäftigt gut 1900 Mitarbeiter. 

nm/sam (dpa, afp)

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