Christustag appelliert an Weltverantwortung | Kultur | DW | 20.06.2014
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Kultur

Christustag appelliert an Weltverantwortung

21.000 Gläubige sind am Donnerstag zum Christustag nach Stuttgart gekommen. Bei der Veranstaltung unter dem Motto "Teil Seiner Geschichte" riefen die Referenten dazu auf, dass Christen die Welt mitgestalten sollen.

Im 21. Jahrhundert müsse es eine neue Reformationsbewegung geben, sagte der US-Wirtschaftswissenschaftler Kim Chin Kyung. Die Welt rufe nach Veränderung, so der Gründer von zwei christlich geprägten Universitäten in China und Nordkorea in seiner Predigt in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Es müsse eine neue Bewegung für die nächsten 500 Jahre entstehen, die auf Jesus Christus basiere. Kommunismus und Kapitalismus würden eines Tages enden, aber die Liebe Gottes bleibe.

Alternative zu Meterialismus und Macht

Christustag 2014 in Stuttgart

Wirtschaftswissenschaftler Kim Chin Kyung (re.)

Er forderte die deutschen Christen auf, sich nicht auf Vergangenem auszuruhen. Widerstände und Konflikte könnten nicht allein durch die Politik überwunden werden. Der Grund für Hunger und Zweitracht in der Welt liegt seiner Ansicht nach im "alles durchdringenden Materialismus und dem Hunger nach Macht". Die Liebe Gottes weiterzugeben, beinhalte jedoch, nicht nur andere zu respektieren, sondern auch Versöhnung zu suchen und Vergebung zu praktizieren, so Kim Chin Kyung.

Margot Käßmann, die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017, rief die Teilnehmer auf, einen persönlichen Glauben zu leben, "der selbst denkt und fragt". Sie sollten sich "ganz und gar Gott anvertrauen". Dies mache Menschen frei, um die im Augenblick nötigen Dinge zu tun, unabhängig von dem, "was die Welt als Erfolgskriterien ansieht".

Verfolgte Christen mit Entwicklungshilfe unterstützen

Christustag 2014 in Stuttgart Volker Kauder

Volker Kauder, MdB

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, rief beim Christustag zum Engagement für Religionsfreiheit auf. "Wir wollen, dass alle Menschen frei und unbedrängt ihren Glauben leben können." Große Sorge bereite ihm unter anderem die Situation in Nigeria und im Sudan. Der CDU-Politiker will staatliche Entwicklungshilfe vermehrt an christliche Projekte vergeben. Dies könne Christen besonders in jenen Ländern unterstützen, in denen sie verfolgt werden. Kauder kündigte verstärkten öffentlichen Protest etwa gegen das Todesurteil gegen eine junge christliche Mutter im Sudan an.

Der Christustag, einer der größten Gottesdienste in diesem Jahr, wurde organisiert von der Christusbewegung "Lebendige Gemeinde", dem CVJM-Gesamtverband in Deutschland, der Deutschen Evangelischen Allianz und dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband.