China und EU wollen einheimische Produkte vor Nachahmung schützen | Aktuell Europa | DW | 14.09.2020
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Handel

China und EU wollen einheimische Produkte vor Nachahmung schützen

Die EU und China haben sich kurz vor ihrem virtuellen Gipfel auf einen Schutz von regionalen Spezialitäten geeinigt. Rund 200 deutsche und chinesische Produkte wie Reis, Wein, Tee oder Bier stehen auf der Liste.

China Abkommen zum Markenschutz mit EU (Getty Images/AFP/F. Dufour)

Ein Kellner füllt in Peking Champagner in ein Glas (Archivbild)

Fränkische Weine, Münchner Bier, Champagner, Feta-Käse oder auch Parmaschinken gehören zu 100 europäischen Produkten, die künftig in China vor unerlaubter Nachahmung geschützt sind, wie die EU-Kommission nach der Unterzeichnung in Peking anlässlich des virtuellen EU-China-Gipfels mitteilte. Umgekehrt werden auch die geografischen Angaben von 100 chinesischen Produkten wie Pu'er Tee, Moutai Schnaps oder Panjin Reis in der EU geschützt.

„Echtheit muss gewährleistet sein"

Das Abkommen werde die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China stärken, sagte der EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Janusz Wojciechowski. "Die europäischen Erzeugnisse mit geografischer Angabe sind bekannt für ihre Qualität und Vielfalt", sagte Wojciechowski. "Es ist wichtig, dass sie auf EU- und auf internationaler Ebene geschützt werden, damit ihre Echtheit gewährleistet ist und ihr Ansehen erhalten bleibt."

China war im vergangenen Jahr mit einem Volumen von 14,5 Milliarden Euro der drittgrößte Absatzmarkt für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel aus der EU. Das bevölkerungsreichste Land ist ferner der zweitwichtigste Absatzmarkt für EU-Ausfuhren von Produkten mit geschützter geografischer Angabe wie Wein, Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen sowie Spirituosen.

Das Abkommen wurde knapp zwei Jahre nach der Einigung in den Verhandlungen im November 2019 unterzeichnet. Nach der Zustimmung durch das Europäische Parlament soll es vom Rat angenommen werden und Anfang 2021 in Kraft treten können.

Video ansehen 02:23

Chinas Wirtschaft spürt Folgen der Virusepidemie (03.02.2020)

Volle Agenda beim virtuellen EU-China-Gipfel

Auf dem virtuellen EU-China-Gipfel an diesem Montag soll über weitere Wirtschaftsthemen sowie den Klimawandel, internationale Fragen und die Coronavirus-Pandemie beraten werden. Daran nehmen EU-Ratspräsident Charles Michel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vertreterin der derzeitigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft teil. Auf chinesischer Seite wird Präsident Xi Jinping vertreten sein.

Die Videokonferenz ersetzt den EU-China-Gipfel, der eigentlich in Leipzig stattfinden sollte, aber wegen der Corona-Krise abgesagt wurde. Merkel hatte ursprünglich geplant, dass an dem Gipfel alle 27 EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen sollten.

bri/kle (dpa, afp, rtr)

 

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