Chelsea Manning wieder in Haft | Aktuell Amerika | DW | 17.05.2019
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Wikileaks

Chelsea Manning wieder in Haft

Erst in der vergangenen Woche war sie aus der Beugehaft entlassen worden. Doch die Freiheit währte für Chelsea Manning nicht lange. Und am Ende ist es immer die "alte Geschichte", die sie verfolgt.

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist erneut inhaftiert worden. Manning sei wegen Missachtung des Gerichts in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher ihres Anwaltteams. Die Whistleblowerin hatte sich zuvor erneut geweigert, zum Fall von Wikileaks-Gründe Julian Assange auszusagen.

Manning war bereits Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor einer Grand Jury auszusagen. Die Grand Jury - ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - war mit dem Fall Assange befasst.

"Lieber verhungern"

Die "Washington Post" berichtete, der Richter Anthony Trenga habe eine Geldstrafe von 500 Dollar pro Tag gegen Manning verhängt, falls sie nicht binnen 30 Tagen aussage. Nach 60 Tagen solle sich die Strafe auf 1000 Dollar pro Tag erhöhen. Die Zeitung zitierte Manning mit dem Satz: "Ich würde lieber verhungern, als meine Meinung in dieser Hinsicht zu ändern."

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war die vor einer Geschlechtsumwandlung damals noch als Soldat Bradley Manning lebende Informantin, die das Material von Militärrechnern herunterlud und Wikileaks zuspielte. Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Durch einen Gnadenerlass des damaligen US-Präsidenten Barack Obama kam sie 2017 vorzeitig frei.

ml/se (afp, rtr)

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