Chef von Bergbaukonzern Vale tritt zurück | Aktuell Amerika | DW | 03.03.2019
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Nach Damm-Tragödie

Chef von Bergbaukonzern Vale tritt zurück

Fünf Wochen nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien räumen der Chef und weitere Führungskräfte des Betreibers Vale ihre Posten. Das Unternehmen sprach von einem Abschied bis auf weiteres.

Nach der Tragödie von Mariana 2015 war es bereits das zweite Mal innerhalb weniger Jahre, dass ein Staudamm des Eisenerz-Produzenten Vale in Brasilien den Schlammmassen nicht standhielt. Das neuerliche Unglück ereignete sich am 25. Januar 2019 im ostbrasilianischen Ort Brumadinho, dabei kamen hunderte Menschen ums Leben.

Vale zog nun die Konsequenzen und akzeptierte umgehend den Rücktritt von Konzernchef Fabio Schvartsman (Artikelbild) und drei weiteren Managern. Schvartsman hatte den Verwaltungsrat in einem von Medien veröffentlichten Brief gebeten, ihn "vorübergehend" zu entlassen. Zugleich verteidigte er sein Vorgehen. Er sei fest davon überzeugt, dass sein Handeln absolut angemessen und korrekt gewesen sei und er die Sicherheitsnormen im Unternehmen beachtet habe.

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Wer ist der Konzern hinter dem Dammbruch von Brumadinho?

Die Entlassung der Führungsriege war Vale zuvor von Staatsanwaltschaft und Bundespolizei nahegelegt worden. Der Bergbauriese teilte mit, man wolle transparent und konstruktiv mit den brasilianischen Behörden zusammenarbeiten. Den Konzern führen soll nun einstweilen der Leiter der Sparte Basismetalle, Eduardo Bartolomeo.

Schwerstes Industrieunglück Brasiliens

Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass der brasilianische Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste. Zudem sollen sich Inspektoren unter Druck gesetzt gefühlt haben, das Bauwerk als sicher einzustufen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im August 2018 geprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt.

Durch den Dammbruch in Brumadinho wurden vermutlich mehr als 300 Menschen getötet. Vor allem Arbeiter, aber auch Anwohner wurden unter Millionen Tonnen Klärschlamm begraben. 186 Leichen wurden seither geborgen, 122 Menschen werden noch vermisst und sind wahrscheinlich ebenfalls tot. Der Dammbruch ist das Industrieunglück mit den meisten Toten in der Geschichte Brasiliens. Der Bruch eines ebenfalls von Vale betriebenen Damms in Mariana vor vier Jahren hatte nicht so viele Menschenleben gekostet, dafür war es die bislang größte Umweltkatastrophe in Brasilien.

ie/haz (dpa, rtr, afp)

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