Charles Michel, der mögliche Nachfolger Tusks | Aktuell Europa | DW | 02.07.2019
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Porträt

Charles Michel, der mögliche Nachfolger Tusks

Der amtierende belgische Regierungschef soll am 1. Dezember EU-Ratspräsident werden und damit den Polen Donald Tusk an der Spitze der EU-Staaten beerben.

Ohne den neuen Posten als Präsident des Europäischen Rats hätte der 43-Jährige womöglich bald schon keinen Job mehr. Derzeit ist Charles Michel noch geschäftsführender Ministerpräsident von Belgien. Seit der Parlamentswahl Ende Mai ist das Elf-Millionen-Einwohner-Land noch auf der Suche nach einer neuen Regierung. Michels Chancen, im Amt zu bleiben, sind gering.

Der studierte Jurist ist seit 1999 Abgeordneter im belgischen Parlament und war zeitweise Minister für Entwicklungszusammenarbeit. Michel ist kein Mann der lauten Töne. Manchmal wirkt er reserviert. Als das Land nach den blutigen Brüsseler Terroranschlägen im März 2016 schwer getroffen war, hielt er es mit seiner bedächtigen Art jedoch zusammen. Womöglich kommt ihm diese Fähigkeit als Ratschef, der zwischen den 28 EU-Staaten vermitteln muss, zugute.

Liberal seit "Kindheitstagen"

Michel ist Liberaler und gehört damit zu der Parteiengruppe, der sich nach der Europawahl auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angeschlossen hat. Michel hatte im Dezember 2018 nach einem Streit mit den flämischen Rechtsextremisten über die Flüchtlingspolitik seinen Rücktritt vom Posten des Ministerpräsidenten angekündigt, den er gut vier Jahre lang innehatte. Die Politik wurde dem kahlköpfigen Bartträger quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Louis Michel war belgischer Außenminister und EU-Kommissar.

cgn/uh (afp, dpa)

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